Grüne begrüßen Weggang von WeylChem

Presseerklärung der GRÜNEN im Römer vom 09. April 2019

Die Ankündigung des Chemieunternehmens WeylChem, seinen Standort im Industriepark Griesheim aufzugeben, wird von den GRÜNEN im Römer freudig kommentiert:

"Der Entschluss von WeylChem, die Chemieproduktion in Griesheim einzustellen, eröffnet dem Umfeld des Industrieparks zahlreiche stadtplanerische Entwicklungsmöglichkeiten, die bislang aufgrund der dort ansässigen Störfallbetriebe nicht möglich waren. Zudem freuen wir GRÜNEN uns mit der Bevölkerung, dass das erst drei Jahre alte Braunkohlestaubkraftwerk wieder stillgelegt werden wird. Die Bewohner*innen des Frankfurter Westens sind damit nicht mehr den braunkohlebedingten Luftbelastungen wie Feinstaub und Quecksilber ausgesetzt. Außerdem werden die CO2-Emissionen in der Stadt ebenfalls zurückgehen. WeylChem hätte einiges an Geld sparen können, wenn das Kraftwerk gar nicht erst gebaut worden wäre", so Angela Hanisch, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer.

Nun sind aber zahlreiche Fragen im Hinblick auf die Zukunft des Industrieparks zu klären. WeylChem hat angekündigt, dass fast alle der 134 betroffenen Mitarbeiter*innen in anderen Betrieben untergebracht werden können.

Dies wirft für Angela Hanisch mehrere Fragen auf: "Was geschieht dann aber mit den Mitarbeiter*innen, die auf dem Gelände des Industrieparks verbleiben, wie zum Beispiel die Werksfeuerwehr oder der Werkschutz? Und was passiert mit den Industrieruinen? So hatte bereits im Jahre 2016 die Firma SGL Carbon ihre Produktion am Standort eingestellt. Die Gebäude des Herstellers von Kathoden stehen aber heute noch. Wir GRÜNE im Römer fordern deshalb, dass die Gebäude von SGL Carbon und nun auch die von WeylChem so schnell wie möglich zurückgebaut werden."

Darüber hinaus müsse geklärt werden, wie es sich mit dem 500 Meter Sicherheitsabstand verhält, der aufgrund der Seveso-Richtlinie eingerichtet wurde.

"Bislang darf innerhalb dieses Abstands rund um den Industriepark nicht gebaut werden. Daher muss jetzt auch geklärt werden, ob es weitere Störfallbetriebe auf dem Gelände gibt. Wenn nicht, stehen diese Grundstücke für Wohnbebauung und die dringend benötigte weiterführende Schule in Nied zur Verfügung. Diese Fragen sollten schnell geklärt werden. Das Gebiet des Industrieparks Griesheim und das Gelände ringsherum dürfen nicht zu einer Ruinenlandschaft werden. Es muss für die Zukunft gestaltet und genutzt werden", so Hanisch abschließend.