GRÜNE: Klimaanpassung ist das Gebot der Stunde - Was ist uns ein grünes Frankfurt wert?

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 09. August 2019

"Angesichts der erschreckenden Ausführungen der Umweltdezernentin und des Leiters des städtischen Grünflächenamtes zum Zustand der Bäume im Stadtgebiet Frankfurts müssen zusätzliche Klimaanpassungsmaßnahmen umgehend angepackt und ausreichende finanzielle Mittel dafür vorgehalten werden", so Ursula auf der Heide, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer. "Die Stadtbäume und der Stadtwald prägen den Charakter Frankfurts und sind elementar für Lebensqualität und Lebensgefühl der Bürger*innen."

Durch den Klimawandel sind in Frankfurt 97 Prozent der Bäume geschädigt und es mussten in diesem Jahr aufgrund der Schädigungen bereits 5 Prozent des Bestandes gefällt werden. "Schutz- und Präventionsmaßnahmen dulden keinen Aufschub, wenn wir Stadtbäume wenigstens zu einem Teil erhalten wollen. Das ist aufwändig und kostet. Wir brauchen zusätzliche Fachleute, zusätzliche Sachmittel zur Pflege, aber auch zur Erprobung von Klimaanpassungsstrategien. Dem muss mit dem kommenden Doppelhaushalt unbedingt Rechnung getragen werden. Die bisherigen Haushaltsansätze werden dazu nicht ausreichen. Klimaschutz als unverzichtbarer Teil der Daseinsvorsorge ist endlich im Bewusstsein angekommen. Der Umfang und die Bedeutung von Klimaanpassungsmaßnahmen sind es noch nicht.

Deswegen war richtig, dass Umweltdezernentin Rosemarie Heilig hier drastische Worte und Bilder gewählt hat.

Aber es gilt auch der Kantsche Imperativ: In schwierigen Zeiten gibt es eine gewisse Pflicht zur Zuversicht. Wir werden eine Veränderung unserer Vegetation erleben. Die Pflanzen sind 'klug', sind anpassungsfähig, das haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Doch wollen wir unsere heimischen Gehölze und auch Tierarten retten, müssen wir die Auswirkungen des Klimawandels mit jedem geeigneten Mittel abfedern. Wir hoffen darauf, dass die für Ende Oktober geplante Fachleutekonferenz in Frankfurt hierzu wichtige Impulse liefert. Der Doppelhaushalt muss aber in jedem Fall ein 'Klimahaushalt' werden. Klimaanpassung und Klimaschutz sind keine Wohl-fühl- oder Luxusthemen, sondern Teile elementarer Daseinsvorsorge", so auf der Heide abschließend.