GRÜNE stärken Alleinerziehende

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 28. Februar 2019

"Mit dem heute für den Haushalt 2019 zur Abstimmung stehenden Antragspaket für Alleinerziehende werden deutliche Verbesserungen für Ein-Eltern-Familien auf den Weg gebracht", so Ursula auf der Heide, frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer. "Es sind erste Schritte, die wir auf kommunaler Ebene gehen, um größere Gerechtigkeit für Alleinerziehende und ihre Kinder zu erreichen. Die höhere Armutsgefährdung und die geringere Teilhabe von Alleinerziehenden und ihren Kindern sind seit langem bekannt. Leider gibt es auf der bundespolitischen Ebene keine Bereitschaft, die notwendigen strukturellen Veränderungen beim Steuerrecht und bei den Familienleistungen in Angriff zu nehmen. Aus unserer Sicht ist es z.B. ein Skandal, dass Singles teilweise weniger Steuern zahlen als Alleinerziehende. Auch das derzeitige Ehegattensplitting, das ausschließlich bestimmte Familienmodelle fördert, wurde aktuell wieder nicht angepackt. Aber auch die Kommunen sind in der Pflicht und da wollen wir in Frankfurt jetzt vorangehen," so auf der Heide.

Das Betreuungsangebot nach 17 Uhr für Schulkinder und für sogenannte "Lückekinder" wird ausgebaut. Alleinerziehende sind hierauf in besonderem Maße angewiesen, um eine existenzsichernde Berufstätigkeit zu ermöglichen. Ein Modellprojekt für ergänzende Kinderbetreuung soll Lücken bei Betreuungsangeboten passgenau und unbürokratisch schließen und sich dafür an dem Essener Projekt 'Sonne, Mond & Sterne' orientieren.

"Auf unsere Initiative hin wird ein Pilot-Sozialrathaus Beratung aus einer Hand für Alleinerziehende konzeptionieren und erproben, denn um ihre Rechte und Leistungsansprüche geltend zu machen, müssen Alleinerziehende derzeit bis zu 14 verschiedene Anlaufstellen aufsuchen. Bedarfsgerechte Beratung aus einer Hand, Kontinuität bei den Ansprechpersonen und weniger Behördengänge sind unser Ziel", so auf der Heide weiter.

Nicht zuletzt wird es eine Imagekampagne zum gesellschaftlichen Ansehen von Alleinerziehenden geben und das 'Netzwerk für Alleinerziehende' gefördert werden. Im Alltag erfahren Alleinerziehende trotz ihres in der großen Mehrheit überdurchschnittlich hohen gesellschaftlichen Beitrags zur Kinderbetreuung und Bildung häufig geringe Wertschätzung. Der Mangel an Reputation wird als zusätzliche Belastung wahrgenommen. Ein Onlineportal für Alleinerziehende, mit dem niederschwellig Kontakte, Informationen, Unterstützung und Treffen organisiert werden können, soll helfen, die Netzwerke zu unterstützen, denn nicht alles, was im Alltag erforderlich ist, kann über die Verwaltung organisiert werden.

"Frankfurt ist 'Single-Mom-Hauptstadt'. 27 % aller Familien sind Alleinerziehenden-Haushalte, 90 % von ihnen sind Frauen mit Kindern. Die Stärkung von Alleinerziehenden und ihren Kindern ist auch ein Beitrag zur Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit," so auf der Heide abschließend.