IDAHOBITA* 2019 – an Aktualität nichts verloren

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 17.05.2019

Die GRÜNEN im Römer rufen anlässlich des Internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter*-, Trans*- und Asexuellenfeindlichkeit (IDAHOBITA*) dazu auf, sich mit vereinten Kräften für die Akzeptanz von Vielfalt und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einzusetzen.

"Queere Menschen hatten in Deutschland noch nie so viele Rechte und Freiheiten wie heute", freut sich Dimitrios Bakakis, queerpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer. "Und doch hat der IDAHOBITA* bedauerlicherweise nichts an Aktualität verloren. Viele Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und Queere (LSBT*IQ) erleben nach wie vor aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung Ausgrenzung, Diskriminierung und Mobbing bis hin zu Gewalt. Das muss die ganze Gesellschaft alarmieren", so Bakakis weiter. "Beunruhigend ist auch, dass sich in den letzten Jahren in Deutschland und andernorts reaktionäre Strömungen gebildet und festgesetzt haben, die offen gegen LSBT*IQ und andere Menschengruppen Stimmung machen und ihnen fundamentale Grundrechte absprechen. Diskriminierung wird wieder salonfähig gemacht und in die Mitte unserer Gesellschaft getragen. Damit einher geht ein Anstieg homosexuellen- und trans*feindlicher Anfeindungen und Angriffe. Wir werden auch in Zukunft nicht tatenlos zusehen, wie das gesellschaftliche Klima vergiftet wird und mit aller Kraft für eine vielfältige und bunte Gesellschaft kämpfen."

"Aber auch rechtlich bleibt noch einiges zu tun", so Bakakis weiter. "So steht am IDAHOBITA* eine Abstimmung des Bundesrats über ein Verbot von so genannten Konversionstherapien an. Wir erwarten, dass der Bundesrat ein deutliches Signal gegen die Pathologisierung von LSBT*IQ setzt und sich mehrheitlich für ein Verbot dieser unethischen und gefährlichen Scharlatanerie stark macht. Auch ist der vorgelegte Gesetzesentwurf zur Reformierung des Transexuellengesetzes ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen. Anstatt Menschen die selbstbestimmte und freie Entscheidung über ihren Geschlechtseintrag zu ermöglichen, zementiert dieser Gesetzesentwurf Fremdbestimmung sowie staatliche und institutionelle Diskriminierung. Wir fordern ein vollständiges Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung für Trans* und Inter* und ein Ende der Zwangsbegutachtung."

"Es wurde bereits viel erreicht, doch zufrieden geben wir uns erst, wenn wir eine echte Gleichberechtigung und eine breite gesellschaftliche Akzeptanz erreicht haben. Dafür machen wir uns jeden Tag, insbesondere anlässlich des IDAHOBITA* stark", so Bakakis abschließend.