Also doch: die Paulskirche wird zur Event-Location – wer will noch mal, wer hat noch nicht…

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 16. Januar 2020

War es vor nicht allzu langer Zeit nicht einmal möglich, für Filmaufnahmen vor und in der Paulskirche ordentlich angemeldete Dreharbeiten durchzuführen, wird jetzt gleich das ganze Gebäude zum Screening einer Serie benutzt. Ob die Serie "Bad Banks" wohl schon Teil des Beta-Programmes des künftigen Hauses der Demokratie ist, fragen sich gegenwärtig einige Frankfurter*innen?

"Bei aller Liebe zum bewegten Bild und die meine ist hier wirklich riesengroß, finde ich diese Art von Nutzung der Paulskirche sehr befremdlich", so der kulturpolitische Sprecher der GRÜNEN im Römer Sebastian Popp. "Alle reden von der AWO und der OB bespielt in Wort und Tat im Alleingang die Paulskirche", so Popp weiter.

Gerade erst am Samstag, wurde unabgestimmt mit dem Stadtparlament von ihm die Idee in die Welt gesetzt, die Stadtverordnetenversammlung könne doch in der Paulskirche tagen. "Zu den logistischen und technischen Problemen, die mit einer Nutzung der Paulskirche durch die Stadtverordnetenversammlung verbunden wären, ist eigentlich schon alles gesagt und wir könnten uns wieder der echten Stadtpolitik zuwenden", so der kulturpolitische Sprecher.

"Aber wichtiger als alles Praktische ist, dass die Paulskirche eine nationale historische Bedeutung hat, einen essentiellen Bestandteil der politischen Traditionen der Deutschen darstellt. Eine Bedeutung, die aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges entstanden ist, für einen Teilaspekt der revolutionären Kämpfe der Jahre 1848 und 1849 steht und ein würdiger Erinnerungsort ist und bleiben soll. Ein Ort, der an die Kämpfe für Freiheit und Einheit der deutschen Nation und die damit verbundenen Opfer erinnert.

Es ist in unseren Augen Ausdruck von Geschichtsvergessenheit, wenn man einen solchen Ort als Plenarsaal für die kommunale Stadtverordnetenversammlung nutzen will und führt letztlich zu einer Entwertung dieses eben auch historischen Gedenkortes", so Popp abschließend.