Barrieren auch in den Köpfen abbauen

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 02. Dezember 2020

"Der im Jahr 1993 von den Vereinten Nationen ausgerufene 'Internationale Tag der Menschen mit Behinderung' soll jedes Jahr am 3. Dezember das Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen schärfen und den Einsatz für ihre Würde, ihre Rechte und ihr Wohlergehen fördern. Hierzu erklärt Sylvia Momsen, Sprecherin für Behindertenpolitik der GRÜNEN im Römer:

"In Frankfurt gibt es zweifelsohne zahlreiche Angebote für Menschen mit körperlicher, seelischer oder geistiger Behinderung. Die Stadt verfügt mit der Stabsstelle Inklusion über eine exzellente Anlaufstelle, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderungen kümmert. Auch der Anteil städtischer Beschäftigter mit Behinderung übertrifft innerhalb der Frankfurter Stadtverwaltung mit einem Anteil von 11,24 Prozent die gesetzliche Pflichtquote von fünf Prozent um mehr als das Doppelte. Trotzdem sind Menschen mit Behinderung auch in Frankfurt immer noch weit entfernt von einer gleichberechtigten und vor allem selbstbestimmten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben."

Momsen weiter: "Es ist für mich unverzichtbar, das öffentliche Bewusstsein noch weitaus stärker dahingehend zu schärfen, dass Menschen mit Behinderungen eigenverantwortlich handeln und selbstbestimmt leben möchten. Gleichberechtigte Teilhabe am Leben darf durch nichts eingeschränkt sein. Sei es im Hinblick auf die Wohnform, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, den Zugang zu Bildungseinrichtungen oder etwa zum sogenannten ersten Arbeitsmarkt.

Das Recht auf Inklusion fußt wie alle anderen Menschenrechte auf der universellen Menschenwürde: Aufgabe des Staates ist es, die Menschenrechte durch seine Rechtsordnung abzusichern und die tatsächlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, damit alle ihre Rechte gleichermaßen wahrnehmen können. Um wirkliche Inklusion zu erreichen, ist es daher nötig, dass alle Menschen frei und gleich und auf der Grundlage der eigenen Selbstbestimmung ihr Leben miteinander gestalten können. Alle Barrieren, die diesem Ziel (noch) im Wege stehen, müssen Schritt für Schritt abgebaut werden. Das gilt für bauliche Barrieren genauso wie für Barrieren in den Köpfen. Als Menschenrecht geht Inklusion alle Menschen an, nicht nur diejenigen, die ausgeschlossen sind. Denn Menschenrechte bauen darauf auf, dass jeder Mensch den anderen als Gleichen respektiert und sich solidarisch für die Rechte der anderen einsetzt. Nur wenn alle mitmachen, kann Inklusion gelingen", so Momsen abschließend.