Beim Klimaschutz: keine Lockerungsdebatten bitte!

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 29. April 2020

"Gerade in Frankfurt dürfen wir bei den Anstrengungen zur Bekämpfung der Klimakrise und zur Klimaanpassung nicht nachlassen", so Ursula auf der Heide, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer. Die Pandemie verlangt, Bürger*innen, Unternehmen und Stadt viel ab, das ist richtig. "Erst einmal die Pandemie überwinden, Wirtschaft in Gang bringen" und ggf. sogar bestehende Regelung zum Klimaschutz lockern, stellt jedoch keine erfolgversprechende und schon gar keine nachhaltige Strategie dar. Um aus der Krise herauszukommen, braucht es mehr denn je Kreativität, Innovationen und nachhaltiges Investment. Die gigantischen staatlichen Fördermittel lassen sich nur einmal ausgeben. Die Krise zeigt, wo Nachholbedarf besteht. Ein karbonisiertes Weiterso verstärkt nicht nur die Klimakrise. Es steht einer zukunftsorientierten, erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung im Wege. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass sich die Stimmen in Politik und Wirtschaft mehren, konjunkturelle Maßnahmen mit der Zielsetzung des Klimaschutzes zu verbinden.

Die Klimakrise ist für die Frankfurter Bürger*innen durch die lange Trockenheit, sommerliche Wärme und insbesondere durch den Zustand der Bäume evident.

Die Gefahr ist zudem groß, dass Frankfurt in diesem Jahr erneut den traurigen Rekord als heißeste Stadt erzielt, mit gravierenden gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung. Die Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor, aber bereits in den vorangegangenen Hitzejahren 2005 und 2018 war die "Übersterblichkeit" durch Hitzetode erheblich, wie das Epidemiologische Bulletin des Robert Koch Instituts vom 6. Juni 2019 aufzeigt. In Hessen gab es im Jahre 2018 740 hitzebedingte zusätzliche Sterbefälle.

Es gibt also viele gute Gründe, für die Stadt beim Klimaschutz vorwärts zu gehen. Der Magistrat sollte die Beschlüsse der Klimaallianz genauso zügig, zielorientiert und engagiert umsetzen, wie die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Diese Maßnahmen haben u.a. erneut vor Augen geführt, welche gewaltige Bedeutung der öffentliche Raum für Großstadtbewohner*innen jeden Alters hat. Das Eigenheim mit Garten ist in Frankfurt die Ausnahme. Damit der öffentliche Raum, die Grün - und Freiflächen auch in der Klimakrise ihre wichtige soziale Funktion erfüllen können, müssen sie gerade in der stark verdichteten Stadt ausgeweitet, gerecht verteilt und begrünt werden. "Mit der Klimaanpassung des öffentlichen Raums sollten alle politisch Verantwortlichen heute anfangen und jede dem Wahlkampf geschuldete Prokrastination unterlassen", so auf der Heide abschließend.

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