Bildungsgerechtigkeit und Digitalisierung umgehend sicherstellen

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 09. April 2020

"In der aktuellen Krise, verursacht durch die Corona-Pandemie, wird deutlich, dass Frankfurter Schulen und Bildungslandschaften nicht ausreichend auf den digitalen Unterricht vorbereitet sind. Der Magistrat muss auch in der Krise Bildungsgerechtigkeit herstellen", fordern Ursula auf der Heide, frauenpolitische Sprecherin und Birgit Ross, bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer.

Der reguläre Unterricht an hessischen Schulen ist bis auf weiteres ausgesetzt und seit dem 16. März 2020 wird der Unterricht via E-Learning, Homeschooling oder Online-Plattformen weitergeführt. Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer stoßen trotz größter Anstrengungen und innovativer Ideen an ihre Grenzen. Die Probleme sind vielfältig. Neben technischen und rechtlichen Unwägbarkeiten, zum Beispiel Datenschutz, ist auch in vielen Familien die nötige Hardware, das heißt Notebooks, Laptops oder Tablets, nicht vorhanden. Ebenso ist die Ausstattung mit der notwendigen Software und auch WLAN nicht in allen Familien gewährleistet.

"Unter diesen Voraussetzungen ist Bildungsgerechtigkeit nicht mehr sichergestellt und wir laufen Gefahr Schülerinnen und Schüler, junge Menschen, auf ihren Bildungswegen zu ihren Bildungserfolgen zu verlieren", mahnt Birgit Ross, bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Römer.

"Wir widersprechen dem jüngst von Bildungsdezernentin Weber formulierten Vorschlag, dass auch über das Handy digitaler Unterricht zu managen ist. Die Meinung von Dezernentin Sylvia Weber "wenn man ein bisschen kreativ ist, kommt man mit dem aus, was man hat", teilen wir ausdrücklich nicht", machen Ross und auf der Heide deutlich.

"Wir erwarten stattdessen, dass der Magistrat proaktiv tätig wird und alle notwendigen Vorkehrungen trifft, dass die IT-Bedarfsanforderungen der Frankfurter Schulen im Zusammenhang mit dem Digitalpakt des Landes Hessen fristgemäß und anforderungsgerecht vorliegen", unterstreicht auf der Heide. "Keine Schule und keine Schülerinnen und Schüler dürfen zurückbleiben. Ebenso muss die maximale finanzielle Unterstützung des Landes realisiert werden. Hierzu gehören selbstverständlich die enge Abstimmung mit Staatlichem Schulamt, dem Medienzentrum sowie die rechtzeitige Mitteilung eines Terminplanes, bedarfsgerechte Beratung und Handreichungen. Wartung, Betrieb IT Support und die damit entstehenden Verwaltungskosten sind nach dem Digitalpakt nicht förderfähig, der Schulträger hat dafür Sorge zu tragen.

Der Magistrat muss umgehend ein Konzept entwickeln und vorlegen, wie diese zwingend notwendigen Dienstleistungen nutzer*innenorientiert, rechtskonform und auch nachhaltig zur Verfügung gestellt werden. Weiterhin sehen wir es als sehr wichtig an, für die Umsetzung dieser, wie weiterer Maßnahmen zur Digitalisierung, externe, wissenschaftliche und herstellerunabhängige Unterstützung wie zum Beispiel durch das DIPF, Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt heranzuziehen. Die Hinzuziehung dieser Expert*innen könnte helfen, Diskussionen zu versachlichen und Fehlentwicklungen zu vermeiden", erläutert auf der Heide.

"Bildungsgerechtigkeit und Digitalisierung müssen umgehend sichergestellt werden", so auf der Heide und Ross abschließend.

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