Bühnen sichern statt Luftschlösser planen

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 22. Dezember 2020

Mit der Sicherung des Wolkenfoyers als Denkmal ist eine grundsätzliche Weichenstellung zur Zukunft der Bühnen vollzogen worden. "Wer es mit dem Denkmalschutz ernst meint und ihn nicht nur als Zitat begreift, dass man 'irgendwie' in eine künftige Planung einbeziehen könne, muss sich dieser Konsequenz nun endlich auch politisch stellen. Die Zukunft der Städtischen Bühnen liegt am Theaterplatz und nur dort!", so Sebastian Popp, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer. Und weiter: "Sie liegt in einem Haus, das sich auch in seiner Architektur bewusst demokratisch und kulturell zur Stadt hin öffnet und keine Abschottung einer elitären Stadtgesellschaft zulässt."

"Seit Jahren werden nun quer durch die Stadt Luftschlösser für Oper und Schauspiel geplant, ohne dass man auch nur an einem Standort einen winzigen Schritt weiter gekommen wäre," so Popp. Weder für den Kulturcampus Bockenheim, noch für die Neue Mainzer Straße, noch für das Raab-Karcher-Gelände liegen auch nur bedingt belastbare Ergebnisse zu Verfügbarkeit, Finanzierung, Infrastruktur und Verkehrsanbindung der Flächen vor.

"Insbesondere zur Frage, wie eine Oper an die Neue Mainzer Straße angebunden werden kann, gibt es keinerlei Antwort. So wie jetzt der Verkehr fließt, passt auf das Grundstück eher eine Autobahn-Raststätte als eine Oper", so Popp. Und eine Lösung ist auf Jahrzehnte nicht in Sicht. "Selbstverständlich werden wir - wenn denn mal was zum Prüfen vorliegt - alle drei Standorte prüfen, wie wir es vereinbart haben", so Popp.

Wenn wir wirklich das Wolkenfoyer, so wie wir es kennen und schätzen, wie es anscheinend auch die Kulturdezernentin "ins Herz geschlossen" hat, erhalten und zum zentralen und markanten Teil eines künftigen Theaterbaus machen wollen, dann muss sich die künftige Planung auf diesen Ort konzentrieren.

Denkmalschutz darf sich an diesem geschichtsträchtigen Bau - wie leider andernorts oft genug falsch verstanden - nicht nur als Appendix einer Baumaßnahme begreifen.

Die Diskussion und das Engagement in Frankfurt zeigen, wie sehr die Frankfurter Bürgerschaft dem Theaterplatz insgesamt verbunden ist.

"Es wird schwer genug werden, angesichts der coronabedingten Haushaltslage in den nächsten Jahren in Abwägung mit Investitionen in Gesundheit, Umwelt und Bildung der Kultur den ihr gebührenden Rang zu erhalten. Denn es ist schon etwas einsam geworden um die Kulturschaffenden in den letzten Monaten. So sollten sich alle, die es gut meinen mit Oper und Schauspiel, auf den Ort einigen, der als Kulturort gilt, der unsere Geschichte geprägt hat, und an dem sinnvolle Investitionen darstellbar und politisch durchsetzbar sind", so Popp abschließend.