Die Beschäftigten von Fraport brauchen Unterstützung und der Flughafen ein neues Geschäftsmodell

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 06. August 2020

"Die GRÜNEN im Römer unterstützen alle Anstrengungen der Fraport AG, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Wir hoffen, dass die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung tausender Beschäftigter und der Existenzsicherung der Unternehmen greifen, sonst muss nachgebessert werden", so Ursula auf der Heide, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer.

Die Bedeutung von Fraport und deren Unternehmenstöchter für Frankfurt und die Region ist herausragend. Mehr als 80000 Beschäftigte arbeiten im Umfeld des Flughafens. Der regionale Arbeitsmarkt, der städtische Haushalt, räumliche Entwicklung und nicht zuletzt der Klimaschutz befinden sich in starker Abhängigkeit vom Unternehmen Fraport. Der Verlust jedes Arbeitsplatzes ist schmerzhaft. Der zu befürchtende größere Arbeitsplatzabbau reißt zudem eine empfindliche Lücke in den dienstleistungsorientierten regionalen Arbeitsmarkt. Besonders für gering qualifizierte Arbeitnehmer*innen ist das Jobangebot, etwa bei den Fraport Security Services, ein guter Einstieg in eine existenzsichernde Beschäftigung.

Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Situation am Frankfurter Flughafen auf den städtischen Haushalt und die Stadtwerke Holding sind zudem alarmierend. Fraport und auch die Stadt Frankfurt, deren Gewerbesteuereinnahmen durch die Pandemie ohnehin stark eingebrochen sind, brauchen deswegen zwingend die Unterstützung durch Land und Bund.

"Anders als bei den Subventionen für die Lufthansa sollte in Gesprächen mit dem Unternehmen überprüft werden, inwiefern die Unterstützung auch an klima- und unternehmenspolitische Voraussetzungen geknüpft werden kann", so auf der Heide.

"Wir GRÜNEN haben die Wachstumsprognosen, die u.a. für den Bau des Terminal 3 zu Grunde gelegt wurden, immer angezweifelt. Auch das Anwerben von Billigairlines mit inakzeptablen Bedingungen für deren Beschäftigte und die Rabattierungen haben wir stets abgelehnt. Beides ist weder mit den Zielen des Landesentwicklungsplanes noch mit dem Konsortialvertrag vereinbar. Die Verlegung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene und der Umbau zu einem komfortablen multimodalen Verkehrshub, der alle Verkehrsmittel miteinbezieht, fordern wir schon lange", argumentiert auf der Heide weiter.

Mit der Erkenntnis, dass die Auswirkungen einer langfristigen und sich wiederholenden Pandemie auf den Luftverkehr vermutlich gravierend sein werden, braucht Fraport ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell, welches die Arbeitsplätze langfristig sichert und mit den Klimaschutzzielen vereinbar ist.

"Es ist uns klar, dass dies nur sinnvoll im Rahmen einer mutigen und weitsichtigen nationalen Luftverkehrsstrategie möglich ist. Auch wenn solche Weichenstellungen bei dem derzeitigen Bundesverkehrsminister fast auszuschließen sind, sind die Landesregierungen aufgefordert sich einzusetzen, dass Subventionen sich auch an umweltpolitischen Zielen orientieren", so auf der Heide abschließend.