Ein krisensicheres Zuhause für alle! Darüber müssen wir jetzt sprechen!

 

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 31. März 2020
 
Die äußerst wichtige Debatte über bezahlbares und lebenswertes Wohnen und Leben in Frankfurt gilt es, so die GRÜNEN im Römer, so schnell wie möglich mit allen Beteiligten fortzusetzen. Das Leben geht trotz Corona-Krise weiter. Gerade wenn Schulen und Arbeitsplätze geschlossen werden, wenn zu Hause lernen und zu Hause arbeiten einige der wichtigsten Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus sind, kommt es in dieser Situation besonders darauf an, neben der Gesundheitspolitik auch die Wohnungspolitik in das Zentrum unseres politischen Handelns zu stellen.
 
Das Motto, an das wir uns aktuell alle zu halten haben, lautet "Bleibt zu Hause". "Wir als Stadtregierung organisieren Sicherheitsmaßnahmen, unterstützen die medizinischen Einrichtungen, leisten wirtschaftliche Förderung und müssen nun ganz besonders dafür Sorge tragen, dass alle Menschen in Frankfurt ein bezahlbares Zuhause haben", so Bernhard Maier, der wohnungspolitische Sprecher der Grünen im Römer.

„Deshalb ist es nun wichtig, einen Masterplan "Krisensicheres Zuhause" zu erstellen, denn so unterstützen wir die Menschen in Frankfurt, nicht nur dabei, die Corona-Krise zu bestehen, sondern auch die sich im Anschluss abzeichnende Wirtschaftskrise zu bewältigen. Die GRÜNEN im Römer wollen mit allen Beteiligten darüber diskutieren, wie der sich noch in Abstimmung befindliche Baulandbeschluss so verändert und ausgeweitet werden kann, dass er zwar wie geplant die Bedingungen zukünftiger Mieter*innen verbessert, aber zusätzlich auch die jetzigen Mieter*innen in Frankfurt stärker fördert und besser schützt.
 
Es kann nicht sein, dass in der aktuellen Lage Mieterhöhungen wegen Modernisierungen, die gerade durchgeführt werde, ausgesprochen werden. Es kann nicht sein, dass Mieten, wenn Sie aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nicht bezahlt werden können, nur gestundet werden. Hier müssen Stadt, Land und Bund tätig werden und Lösungen finden, die die Mieter*innen nicht in die Überschuldung treiben.
 
Es muss jetzt auch darum gehen, die Wohnungswirtschaft in städtischer und öffentlicher Hand noch stärker zu fördern und zu regeln - am besten sogar mit einem neuen Förderprogramm, dass neben dem 1. und 2. Förderweg etabliert wird und mehr bringt und schneller wirkt als ein pauschaler Mietendeckel.
 
Für ein mehr an krisensicherem Zuhause ist es für die GRÜNEN im Römer wichtig, dass die Stadt Frankfurt und in ihrem Auftrag die ABG mehr Eigentum an Bauland und Wohnimmobilien erwirbt. Wohnen und Arbeiten, Wohnen und Lernen, Wohnen und Klimaschutz, Wohnen und krisensicher Leben müssen stärker gemeinsam und sich gesellschaftlich unterstützend gedacht werden. Diese Werte werden wir GRÜNE in den Programmen, die der Krise folgen werden, hochhalten und nicht zulassen, dass sie gegeneinander ausgespielt werden.

Um angemessen handeln zu können, müssen wir so schnell wie möglich wissen, ob und wie sich die Zuzugsbewegungen nach Frankfurt aufgrund der Corona-Krise verändern werden, wie sich die Notwendigkeit von physischer Distanz zueinander auf das Wohnen und Leben in Frankfurt auswirkt und wer in dieser Situation unsere besondere Unterstützung benötigt.
 
Auch wie wichtig Grünflächen in der Laufnähe eines jeden Zuhauses sind, stellt sich grade auf ganz unvorhergesehene Art und Weise heraus. Grünflächen und Bewegungsraum dürfen kein Luxus sein, sondern müssen Garanten für die Lebensqualität aller Bürger*innen sein. Dass wir als GRÜNE uns dafür seit je her einsetzen, zahlt sich nun unter diesen besonderen Umständen für alle aus.
 
Ja, das Zuhause ist aktuell der sicherste Ort für alle. Jedes Zuhause muss aber in Zukunft auch der sichere und vor allem bezahlbare Ort für alle sein, wenn es wieder nach draußen geht", so Bernhard Maier abschließend.

 

Das Bild "Frankfurt Skyline from another perspective" von iBlume wird im Rahmen der CC BY-SA 2.0-Lizenz genutzt.