Flughafen Frankfurt: Mit Klimaschutz und Multimodalität in die Zukunft

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 14. Mai 2020

Zur Zukunft des Frankfurter Flughafens äußern sich die GRÜNEN im Römer wie folgt:

"Spätestens jetzt, in der Corona- und Klimakrise, ist es an der Zeit, das bisherige Geschäftsmodell von Fraport zu überdenken", so Ursula auf der Heide, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer.

Als größter internationaler Flughafen Deutschlands ist der Frankfurter Flughafen ohne Frage systemrelevant. Auch zu seiner immensen Bedeutung für Frankfurt und die Region haben die GRÜNEN in Stadt und Land gegen Kritik auch immer gestanden. "So schön es ist, im Frankfurter Süden jetzt wieder die kleinen Vögel hören zu können, wir sehen nicht nur die wirtschaftlichen Verluste für die Stadt, sondern vor allem auch tausende von Arbeitnehmer*innen in der Region, die auf eine Perspektive warten", so auf der Heide.

Flugverkehr wird weiter gebraucht, um sehr weit entfernte Ziel zu erreichen, wenn tatsächlich Eile geboten ist oder sensible Waren transportiert werden.

In Frankfurt entstammt zudem ein sehr großer Teil der Bevölkerung Herkunfts-ländern, die weiter als 600 Kilometer entfernt sind. Und zur Wahrheit gehört in der Tat auch, dass die GRÜNEN eine Partei sind, deren Mitglieder und Wählerschaft -

bis zur Pandemie - überdurchschnittlich polyglott lebten.

Dennoch bleibt Flugverkehr der umweltschädlichste Verkehrsträger. Angesichts der beiden globalen Krisen, der Coronakrise und der Klimakrise und ihrer Auswirkungen, muss spätestens jetzt nicht nur über individuelles Mobilitätsverhalten nachgedacht werden, sondern viel mehr über zukunftsfähige Flughafen- und Flugverkehrskonzepte, über andere Geschäftsmodelle.

Die jüngsten Äußerungen des Fraportchefs machen da wenig Hoffnung. Er prognostiziert auch mittelfristig einen signifikanten Rückgang der Flugbewegungen und Passagierzahlen und hält gleichzeitig am Terminal 3 fest, ohne etwas zu dessen Nutzung zu sagen. Bei so wenig unternehmerischem Spirit ist zu befürchten, dass Mitarbeitende abgebaut werden, während das Terminal 3 ausgebaut wird und zugleich krampfhaft versucht wird, jeden Flug nach Frankfurt zu holen, egal wie laut er ist und wie die Bedingungen für Beschäftigte sind. In Coronazeiten muss "Safety first" aber eine zusätzliche Bedeutung erhalten.

Wir GRÜNE sehen die Zukunft des Frankfurter Flughafen als einen multimodalen, klima- und raumverträglichen Verkehrs-HUB, der die Beförderung von Personen und Gütern auf allen Verkehrsträgern sicher, komfortabel und klimagerecht realisiert, an ein schnelles Hochleistungs-Fernbahnnetz angebunden und mit Regionalverkehrs- und ÖPNV-Anschlüssen aus der gesamten Region ausgestattet ist. Die Reduzierung des CO2 Ausstoßes und des Verzichts auf Ziele, die innerhalb von vier Stunden mit der Bahn erreicht werden können, sind für uns Voraussetzungen für staatliche Hilfen für Flughäfen und Airlines. Die Subventionierung von Kurztrips und Billigflügen auf Kosten der Beschäftigten und des Klimas und Vielfliegerrabatte muss hingegen endlich unterbleiben, am besten auf dem gesamten europäischen Markt.

Fraport ist ein mehrheitlich öffentliches beherrschtes Unternehmen. Stadt und Land sind in der Verantwortung hier als Anteilseigner die richtigen Impulse für dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg, Sicherung der Arbeitsplätze und Klimaschutz zu geben", so auf der Heide abschließend.

Symbolbild von Ahmed Muntasir auf Pexels