GRÜNE im Römer zeigen „Rote Schleife“ am Welt-AIDS Tag 2020

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 30. November 2020
 
Anlässlich des Welt-AIDS Tages am Dienstag, den 1. Dezember, rufen die GRÜNEN im Römer die Bürger*innen wie jedes Jahr zu Solidarität und Unterstützung von HIV-Infizierten und AIDS-Erkrankten sowie zur Vermeidung von Ansteckungsrisiken auf. Dieses Jahr soll der Welt AIDS Tag die Politik an ihr im Juni 2001 gegebenes Versprechen erinnern, der HIV Epidemie weiterhin und verstärkt weltweit den Kampf anzusagen.

Hierzu erklärt Birgit Ross, gesundheitspolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer:

"1981 wurde das HI-Virus entdeckt und eine dramatische Krankheit bekam einen Namen: AIDS. Seitdem sind beeindruckende medizinische Fortschritte erreicht worden, so dass Erkrankte heute deutlich besser therapiert werden können. Frankfurt und insbesondere die AIDS-Hilfe waren hierbei von Anbeginn deutschlandweit führend. So war es die AIDS-Hilfe, die begonnen hat, Spritzen zu tauschen, als es noch verboten war. Und es war die AIDS-Hilfe, die einen eigenen Pflegedienst aufgebaut hat, als andere hierzu noch nicht in der Lage waren. Die AIDS-Hilfe Frankfurt engagiert sich seit weit über dreißig Jahren ebenso beharrlich wie fachkundig und umfassend für die Belange der an HIV-Infizierten und AIDS-Erkrankten. Für all dies danken wir ausdrücklich allen, die hier aktiv waren und sind."

Ross weiter: "Frankfurt ist bei der Unterstützung und der so wichtigen Prävention im Kampf gegen AIDS sehr gut aufgestellt. Seit September 2019 existiert das Projekt "Checkpoint Frankfurt" im Frankfurter Gesundheitsamt zur Prävention und Versorgung betroffener Menschen von HIV/AIDS sowie sexuell übertragbarer Infektionen. Ohne Angst vor einer Stigmatisierung haben zu müssen, und auch ohne Krankenversicherungskarte, erhalten Frauen und Männer hier niedrigschwelligen Zugang zu Information, Beratung sowie Behandlung.

Zielgruppengerechte Präventionsprojekte und den offenen Diskurs über die Risiken sowie den Umgang mit HIV und AIDS müssen wir dennoch weiter ausbauen. Wir dürfen weder die mit HIV Infizierten und an AIDS Erkrankten alleine, noch vor allem die jüngeren Menschen uninformiert darüber lassen, worin die Gefährdungen bestehen und wie sie vermieden werden können. Laut einer Studie des Robert Koch Instituts vom November 2020 ist seit 2019 ein leichter Anstieg bei AIDS Neuinfektionen zu verzeichnen. Die Bereitschaft sich auf HIV testen zu lassen sei zudem aufgrund der Angst vor Ansteckung mit Corona im April und Mai 2020 zurückgegangen. Hinzu kommt, dass die anonymen Testkapazitäten auf HIV aufgrund der Corona-Pandemie vielerorts beeinträchtigt sind. Hierdurch werden Späterkennungen und eine höhere Übertragungsrate von HIV begünstigt. Dies ist meiner Meinung nach fatal, denn um Aids-Erkrankungen und HIV-Neuinfektionen weiter zu reduzieren, dürfen keine Testangebote wegfallen, sondern müssen vielmehr weiter ausgebaut werden. Nur so können Infektionen frühzeitig erkannt und auch adäquat behandelt werden", so Ross.

"Wir GRÜNE stehen dafür ein: Selbstbestimmte Sexualität ist ein Menschenrecht, bedeutet aber gleichwohl eine große Eigenverantwortung. Gleichzeitig muss dafür Sorge getragen werden, dass trotz Corona Pandemie ausreichend Testangebote zur Verfügung stehen. Das Thema HIV und AIDS muss uns allen trotz Corona präsent bleiben - jedes Jahr am Welt-AIDS Tag, aber auch an jedem anderen Tag im Jahr in unserem Bewusstsein sein", so Ross abschließend.