Pressemitteilung vom 22. Juni 2020

Zum jahrelangen Leerstand des Paradieshofs erklären die GRÜNEN im Römer:

"'Der Paradieshof hat eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des Quartiers' so heißt es in der Begründung des Magistrats für den Ankauf der Liegenschaft im Jahre 2010 und diese Auffassung teilen die GRÜNEN bis heute uneingeschränkt", so Ursula auf der Heide, Sachsenhäuser Stadtverordnete der GRÜNEN im Römer.

"Bestrebungen zur Nutzung durch Projekt Shelter sind für uns deswegen ebenso verfehlt wie die von Vertreter*innen von CDU und SPD, kurz vor der Kommunalwahl im Paradieshof eine 'Nullachtfünfzehn-Nutzung' mit Gastronomie und Wohnen über eine*n Investor*in zu realisieren".

"Während wir für das Ansinnen von Projekt Shelter wegen des jahrelangen Leerstands Verständnis aufbringen, auch wenn eine Zwischennutzung aufgrund des baulichen Zustandes ausgeschlossen ist, sind wir über die inzwischen vierjährige Hängepartie der Verantwortlichen in CDU und SPD hochgradig verärgert" so auf der Heide.

Die European School of Design (ESoD) hat mit ihrem Konzept "Büffeln statt Süffeln" im Nutzerauswahlverfahren im Jahre 2016 alle überzeugt. Die Anforderungen im Verfahren, einen Leuchtturm für die Attraktivität von Alt-Sachsenhausen zu schaffen, der einen Beitrag zur Aufwertung des Quartiers, zur Stadtteilkultur sowie zur Belebung des Paradiesplatzes in den Tagesstunden leistet, wurden durch die ESoD mehr als erfüllt.

Die GRÜNEN im Römer sind ebenso wie die große Mehrheit des Ortsbeirats davon überzeugt, dass mit der Ansiedlung der ESoD und ihrem Konzept der lange erwünschte Turn Around zu erzielen ist. Schon im Oktober 2016 zauberten die Studierenden mit ihren Zeichenblöcken etwas Montmartre-Atmosphäre auf den Paradiesplatz. Die derzeitige Corona-Flaute zeigt deutlich, dass Alt-Sachsenhausen nur mit Abend-Gastronomie völlig verödet. Wir fordern die Verantwortlichen auf, ihre jahrelange Verhinderungspolitik zu beenden. Nach wiederholten Gesprächen war die ESoD zuletzt zu einem aktualisierten Exposé mit Finanzierungsplan aufgefordert worden. Dieses lag am 28.5.2020 fristgemäß, umfassend und solide geplant vor. Die neuste Volte ist nun, dass die seit Anbeginn zur Disposition gestellten 3,5 Millionen zur Instandsetzung des maroden städtischen Gebäudes inzwischen vom Planungsdezernat für andere Zwecke genutzt worden seien. Es stünden lediglich noch 500.000 € zur Verfügung. Das halten wir für einen unglaublichen und inakzeptablen Vorgang. Als Letztes wurde nun nachgeschoben, bei der Corona-bedingt angespannten Haushaltssituation sei es nicht möglich diese Mittel aufzubringen.

"Bei uns verstärkt das die Wahrnehmung, dass manche von Beginn an offenbar eine gänzlich andere Agenda verfolgt haben. Unabhängig davon, wie man persönlich zu einem Vorhaben steht, ist ein solches Verhalten einem Unternehmen und handelnden Personen gegenüber vollständig respektlos. Es ist in diesem Fall leider auch Wasser auf die Mühlen der Kreativen in der Stadt, die sich wenig wertgeschätzt sehen", so auf der Heide.

Für die GRÜNEN sind Kreative und ihre Beiträge für die Stadt unverzichtbar. Die Ausdauer und Entschlossenheit, mit der die Macher*innen der ESoD über die Jahre und die wechselnden Ansprechpartner*innen hinweg dem Projekt Paradieshof die Treue halten, könne man gar nicht genug würdigen. Nach Michael Quast, der ursprünglich mit seiner Fliegenden Volksbühne am Paradiesplatz landen sollte und mit viel Herzblut und großer Hoffnung dafür gearbeitet hat, steht jetzt das zweite vielversprechende Projekt auf der Kippe, allerdings im Falle der ESoD aus nicht vertretbaren Gründen.

"Wir sagen deutlich: entweder hält die Stadt hier ihre Zusagen ein, bringt den Vertrag mit der ESOD endlich unter Dach und Fach oder es geht jetzt nichts am Paradieshof, dann wird nach der Kommunalwahl neu entschieden. Das haben die Verantwortlichen bei CDU und SPD allein zu vertreten. Als Sachsenhäuserin wünsche ich mir allerdings nichts mehr, als dass man sich wieder an die Ziele und Festlegungen der Quartiersentwicklung erinnert, es doch noch ein Einsehen gibt und die großartige Chance für den Stadtteil umgehend genutzt wird. Es wäre jetzt wirklich an der Zeit", so auf der Heide abschließend.