GRÜNE zum „Internationalen Tag der Biodiversität“

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 20. Mai 2020

Zum Internationalen Tag der Biodiversität am 22. Mai erklärt Ursula auf der Heide, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer:

"Globale Erwärmung, Zerstörung der Ökosysteme und der Verlust der Artenvielfalt stehen in unmittelbarem Zusammenhang, müssen immer zusammen gedacht und global bekämpft werden. Die gute Nachricht ist: Lokales Handeln ist möglich und wirksam, gerade beim Erhalt und Förderung der Artenvielfalt.

Der 22. Mai erinnert jährlich daran, dass der Erhalt der biologischen Vielfalt und die Leistungen von Ökosystemen essenziell für das Überleben der Menschheit sind. Fakt ist aber: Das Artensterben ist heute um ein Vielfaches größer als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre. So sind 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Meeresfläche stark verändert. Über 85 Prozent der Feuchtgebiete sind verloren gegangen. Die Ursachen für die negative Entwicklung sind vor allem Landnutzungsänderungen, Umweltverschmutzung und Klimawandel. Die Zerstörung der Natur und der in ihr lebenden Arten schreitet also vor allem aufgrund des übermäßigen Verbrauchs natürlicher Ressourcen durch den Menschen brutal voran. Weltweit sind aktuell über eine Million Arten vom Aussterben bedroht.

Frankfurt setzt sich seit vielen Jahren mit zahlreichen Aktivitäten und Akteur*innen für den Erhalt und die Förderung der Arten- und Biotopvielfalt ein. Schon vor 20 Jahren wurden z.B. durch engagierte Bürger*innen der Lokalen Agenda 21 ( jetzt BUND) die ersten Wildblumenwiesen auf Verkehrsinseln initiiert. "Völlig verdient wurde der BUND Frankfurt jetzt hierfür als Projekt der UN-Dekade biologische Vielfalt in 2020 ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich und bedanken uns für dieses Engagement", so auf der Heide.

Inzwischen gibt es überall in der Stadt Inseln, auf denen es blüht, summt und brummt. Das sind kleine, aber wichtige Beiträge gegen das dramatische Insektensterben. Die Stadt hat sich inzwischen das Thema zu eigen gemacht. Überall, auch im Straßenbegleitgrün, entstehen Blühbereiche für Insekten, deren "Wappentier" die Hummel ist. Die Stadt lässt außerdem mit dem Projekt "Städte wagen Wildnis" urbane Flächen verwildern. So werden am Monte Scherbelino und im Nordpark Bonames Menschen für Stadtwildnis begeistert und urbane Natur wird erreichbar und erlebbar gemacht.

Auch wissenschaftlich weist Frankfurt beim Thema Biodiversität und Klimaschutz einiges vor. Das "Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums" erforscht, wie sich biologische Vielfalt und Klima gegenseitig beeinflussen und verändern. Unter dem Fokus Klimaschutz und Biodiversität plant die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) mit dem Conservation Center ein Zentrum für den internationalen Artenschutz.

Frankfurt hat das Thema also im Blick. Umso bedauerlicher ist es, dass es bisher nicht gelungen ist, mit den Landwirt*innen zu einer Übereinkunft über den Verzicht auf Pestizide zu kommen. Deren Wirkung auf Artenvielfalt und Insektensterben ist unstrittig und es gibt Alternativen. "Bei allem Verständnis für die Befürchtungen der landwirtschaftlichen Unternehmen, hätte ich mir sehr gewünscht, dass es noch vor der gesetzlichen Regelung zu einem freiwilligen Verzicht kommt, wie bei den sonstigen Grünflächen der Stadt", so auf der Heide abschließend.