Gute Lösungen für Ernst-Reuter-Schulen und Europäische Schule - Sport und Grünentwicklung sind möglich

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 14. Juli 2020

Zur Hängepartie um den Standort der Europäischen Schule erklären die GRÜNEN im Römer:

"Die Hängepartie um den Standort der Europäischen Schule muss ein Ende haben und das scheitert nicht an den GRÜNEN. Es ist beschämend, Madame Lagarde beim Neujahrempfang zu feiern, aber die Ansiedlung der Europäischen Schule in der Europastadt derart unengagiert zu verfolgen und zum Spielball vermeintlich nicht vereinbarer Interessen zu machen", so Ursula auf der Heide, umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Römer.

"Für die GRÜNEN im Römer ist es unabdingbar, dass die Ernst-Reuter-Schulen mit ihrem einzigartigen inklusiven Konzept bestehen und wachsen können. Dieses Flaggschiff "der Schule für alle Kinder" braucht besondere Räumlichkeiten, großzügige Außenflächen und mit dem geplanten Bebauungsgebiet Frankfurt Nordwest wird die Schüler*innen Zahl weiter steigen", so Birgit Ross, bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer.

Ross weiter: "Unter dieser Prämisse ist für uns eine Beplanung des Standortes in Praunheim für beide Schulen, Ernst-Reuter-Schulen und Europäische Schule nicht zukunftsfähig. So sehen und befürchten das auch beide Schulgemeinden.

Gleichermaßen halten wir aber auch die Ansiedlung der Europäischen Schule im Gewerbegebiet Kaiserlei, ganz unabhängig vom Fortgang der Verhandlungen um eine Multifunktionsarena, für eine völlig untaugliche Variante. Sie ist weder im Sinne der Gewerbebetriebe, die fürchten müssen, dass ein Schulkind durch den Lieferverkehr zu Schaden kommt, noch im Sinne der Schulgemeinde. Man stelle sich vor, dieser Standort wäre für eine neue IGS oder ein Gymnasium vorgesehen. Wir haben auch kein Verständnis für Bemerkungen, die Kinder und Jugendlichen der Europäischen Schule würden ja ohnehin alle mit dem Auto zur Schule gebracht. Diese Kinder und Jugendlichen sind Frankfurter*innen, und wer möchte, dass sie eine eigenständige und nachhaltige Mobilität entwickeln, der muss die Voraussetzungen dafür schaffen. Am Kaiserlei sind diese nicht gegeben."

Auf der Heide führt weiter aus: "Wir befürworten, unter bestimmten Voraussetzungen, deshalb die Ansiedlung der Europäischen Schule im Mainwasen. Hierzu muss allerdings das komplette Areal vom Main bis zur Offenbacher Landstraße neu und groß gedacht werden.

Die Überlegung, die Gerbermühlstraße vom Westen kommend in gerader Linie entlang der Bahnlinie bis zur Höhe der Osthafenbrücke zu führen und hierfür die Mittel durch das Bundesverkehrsministerium zu organisieren, halten wir für vielversprechend. Sie eröffnet die Möglichkeit, das Mainufer über die jetzige Straßenführung zu überplanen und eine große öffentliche Grünfläche zu schaffen, die unter das Grüngürtelstatut gestellt wird.

Der "Unort" im bisherigen Verschwenk der Gerbermühlstraße nahe der Deutschherrnbrücke könnte zu einem urbanen Zugang zum neuen Mainwasenpark werden. Um eine adäquate Kompensation der wegfallenden Grüngürtelflächen zu erreichen, muss das Oberräder Feld, als Klimazone und Basis der Original "Grünen Soße" dauerhaft als gärtnerische und landwirtschaftliche Fläche gesichert werden.

Auf dem bisherigen Gelände des Sportvereins könnte die Europäische Schule einen angemessenen Standort finden. Die Baukörper müssen dabei so ausgerichtet werden, dass die Luftströme zwischen Main und Wald nicht blockiert werden.

Der Sportverein könnte neue, besser an den ÖPNV angebundene, großzügige Sportanlagen an der Offenbacher Landstraße erhalten und der lange gewünschte Fahrradschnellweg zwischen Offenbach nach Frankfurt könnte realisiert werden.

Der Grüngürtel ist eine der Grünen Errungenschaften, ohne den Frankfurt ärmer wäre. Eingriffe oder auch nur ein "Anknabbern" sehen wir kritisch. Wo sich aber das Potenzial ergibt, an gleicher Stelle einen Ausgleich bzw. eine Ausweitung bei Beibehaltung oder Verbesserung der ökologischen Funktionen zu erreichen, schließen wir das nicht aus.

Am Mainwasen ergibt sich diese Möglichkeit. Unter diesen Voraussetzungen sehen wir auch die Chancen für eine Änderung des regionalen Flächennutzungsplans in vertretbarer Zeit für machbar an."

"Von dieser Variante haben alle einen Gewinn, die Schulen, der Sportverein, die Oberräder Gärtnereien und alle Frankfurter*innen, die dadurch eine weitere attraktive Grünfläche erhalten. Es gibt keinen Grund, das hinauszuzögern", so auf der Heide und Ross abschließend.

Bild: openstreetmap