Hilfe für Kulturbetriebe: „Die Schwächsten zuerst“

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 27. März 2020

Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen mit dem COVID-19-Virus sind viele Kulturbetriebe geschlossen und haben oft erhebliche finanzielle Einbußen zu verzeichnen. Wie üblich werden vor allem die großen Strukturen im Rahmen der Möglichkeiten der öffentlichen Hand Unterstützung bekommen. Das ist wichtig und richtig. Doch wenn das alles ist, wird die große Mehrheit durch den Rost fallen.

"Vielen Kultur- und Kreativschaffenden ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, sichere Arbeitsplätze für sich und andere zu schaffen. Aber trotz oft fleißiger, unablässiger Arbeit haben es viele nicht geschafft auch nur kleine finanzielle Rücklagen zu bilden. Weder für ihre (festen)-freien Mitarbeiter*innen und auch nicht für sich selbst", erklärt Sebastian Popp, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer die Beklemmung, die derzeit in vielen Frankfurter Kulturbetrieben angesichts der Corona-Krise vorherrscht. "Das ist schlichtweg die Realität von unzähligen Selbstständigen, Kreativen, Musiker*innen, Künstler*innen, Veranstalter*innen und Überlebenskünstler*innen. So geht es auch unzähligen Studierenden und anderen, die auf ihre 450 €-Jobs angewiesen sind, um zu überleben. Menschen, für die kein Kurzarbeitergeld greift und für die Kredite keine Zukunftsperspektive sein können, weil sie die auch auf lange Sicht nicht abbezahlen können. Sie alle wissen nicht, wie sie ihre Mieten, ihre privaten Krankenversicherungen, Essen für ihre Kinder oder andere Verbindlichkeiten begleichen sollen", so Popp weiter. "Sie brauchen Hilfe und zwar so schnell wie möglich. Nicht als Kredit, sondern als Zuschuss für die Umsätze und Einkommen, die quasi über Nacht weggebrochen sind.

Hier gilt es auch neue Wege zu beschreiten, für die sich die Stadt Frankfurt, Land und Bund einsetzen müssen, wie zum Beispiel die temporäre Einführung von finanziellen Hilfestellungen von 800-1200 € für einige Monate nach dem Vorbild des bedingungslosen Grundeinkommens. So etwas könnte den sozialen Absturz Tausender verhindern und gleichzeitig die Kaufkraft im Land erhalten", so Popp abschließend.

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