Mehr Frauen im kommunalen Topmanagement Frankfurts sind möglich - und notwendig!

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 16. Juli 2020

Zur Studie der Zeppelin - Universität Friedrichshafen über Frauen in kommunalen Vorständen erklären die GRÜNEN im Römer:

"56% Frauenanteil im Topmanagement in Vorständen kommunaler Unternehmen sind möglich. Das ist die gute Nachricht. Offenbach macht es uns vor", so Ursula auf der Heide, frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer. "Die meisten anderen Ergebnisse aus der Studie der Zeppelin- Universität Friedrichshafen sind allerdings eher deprimierend, gerade was die Frankfurter Zahlen angeht. Die aktuellen 12,9 Prozent bleiben auch weit hinter dem zurück, was schon längst politisch beschlossen ist, nämlich einem Frauenanteil von mindestens 30 Prozent.

Auch die hohe Anzahl der städtischen Beteiligungen in Frankfurt kann nicht als Begründung dienen, das zeigen die Zahlen anderer vergleichbarer Städte.

Die in Frankfurt geltenden Zielvereinbarungen und Berichtspflichten, wie sie auch die Autor*innen der Studie empfehlen, bleiben bisher offenkundig weitgehend unwirksam. Vielleicht auch deswegen, weil die Berichte alle Leitungsebenen abbilden und damit das Bild auf das Topmanagement verstellt ist. Das Ergebnis ist jedenfalls bedenklich. Jenseits auch der verfassungsmäßig gebotenen Teilhabe von Frauen, den Empfehlungen der OECD und der Europäischen Kommission, die einen mindestens 40 prozentigen Frauenanteil im Spitzenmanagement fordern, ist eine diverse Führungsstruktur essentiell für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg, für größere Krisenresistenz . Dies gilt um so mehr für Betriebe, in denen die Daseinsvorsorge sichergestellt wird und die Beachtung aller Belange für die Bevölkerung besonders wichtig ist. Deutschland bleibt beim Frauenanteil im Management insgesamt im internationalen Vergleich immer weiter zurück, wie auch schon die Allbright- Studie zeigte. Der Öffentliche Dienst muss auch seiner Vorbildfunktion gerecht werden.

Das Vehikel zur Herstellung besserer Teilhabe sind Neu- und Wiederbesetzungen. Auch hier zeigt die Studie Handlungsbedarf auf.

"Alle Vertreter*innen der Stadtverordneten und des Magistrats in den Aufsichtsräten sind jetzt hier gefordert und in der Pflicht. Frankfurt ist Unterzeichnerin der Charta der Gleichstellung der Geschlechter auf lokaler Ebene. Die derzeitige Situation ist so nicht akzeptabel", so auf der Heide abschließend.