Mehr Luft für die Frankfurter Universität – die GRÜNEN im Römer begrüßen den neuen Hochschulpakt 2021-2025

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 13. März 2020

"Der vorgestellte Hochschulpakt hat auch Frankfurts Universität deutlich mehr Luft verschafft, ihre Aufgaben im Bereich Forschung und Lehre künftig besser zu erfüllen", so der kulturpolitische Sprecher der GRÜNEN, Sebastian Popp.

Er begrüßte insbesondere, dass es der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst gelungen ist, das sensible Verhältnis zwischen leistungsbezogener Förderung und eigenverantwortlichen, zur "freien Verfügung" stehenden Mitteln mit den Universitäten gemeinsam auszutarieren. "Das ist angesichts der unterschiedlichen Interessen und Befindlichkeiten schon ein kleines diplomatisches Glanzstück", so Popp weiter. Das helfe Forschung und Lehre gleichermaßen.

Die finanzielle Unterstützung von Universitäten muss sich auch an Themen wie Verwertbarkeit, Orientierung an den infrastrukturellen Gegebenheiten und strukturellen Notwendigkeiten messen lassen. Das darf aber keinesfalls das alleinige Profil oder der Selbstzweck einer Universität sein. Traditionsbildung ist ebenso wichtig für eine Gesellschaft, kulturelle Standortbestimmung genauso essentiell, wie wirtschaftliche Standortpolitik. Identitätsbildung braucht den geisteswissenschaftlichen Nährboden der Universitäten. Die Universitäten müssen ihre Autonomie bewahren können. "Wir stehen heute vor einer Situation, in der wir vor lauter 'Exzellenzinitiativen' und 'Exzellenzclustern' Gefahr laufen, den Humboldt'schen Geist auf dem Altar der Unterwerfung universitärer Orientierung unter ausschließlich wirtschaftlichen Verwertungsinteressen zu opfern. Die Ausrichtung der Studienabläufe und -inhalte nach rein funktionalen Kriterien nimmt den Universitäten jeglichen Freiraum, der unabdingbar ist für kreatives Denken und die Entfaltung eines freien Geistes", so Popp.

"Wertebildung muss gleichberechtigt neben Laborpraxis stehen. Ethik und Ästhetik gleichberechtigt neben Innovation und Zukunftstechnologie. Wir brauchen die notwendige Gleichberechtigung zwischen den Wissenschaftszweigen und Fakultäten. Nur dies gibt einer Universität eine ganzheitliche Perspektive.

Nicht alles ist mit Geld und neuen Stellen zu haben, aber mit dem zusätzlichen Spielraum, den das Wissenschaftsministerium nun den Universitäten geschaffen hat, sind diese nun auch in der Lage, an das anzuknüpfen, was immer den kritischen Geist gerade der Goethe-Universität ausgemacht hat", so Popp weiter.

"Luft, mehr Luft, Clavigo", heißt es beim Namenspatron der Frankfurter Universität. Angela Dorn hat der Johann Wolfgang Goethe-Universität ein wenig Luft verschafft", so Popp abschließend.