Mehrheit für eine andere Verkehrspolitik

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 27. August 2020

"Die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage belegt eindrucksvoll, dass die Mehrheit der Frankfurter*innen sich weiterhin ein autofreien Mainkai wünscht. Nur 21% wollen den Mainkai wieder für Autos öffnen," so Wolfgang Siefert, verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer. "Diese Ergebnisse korrespondieren mit den Umfragen zur Zufriedenheit der Frankfurter*innen mit ihrer Stadt, hier erhält das Thema Verkehr regelmäßig die schlechtesten Werte. Die Frankfurter*innen wollen die Verkehrswende. Das ist das Fazit, dass wir aus dieser Befragung ziehen," führt Siefert weiter aus. "Die Zustimmung wäre sicher noch größer ausgefallen, wäre dieser Verkehrsversuch z.B. von umsichtigen flankierenden Maßnahmen zur Vermeidung von Verkehrsverlagerung in Wohngebiete begleitet worden. Die Beschwerden über zusätzliche Belastungen mit Durchgangs- und Schwerverkehr in den Wohnquartieren des nördlichen Sachsenhausen sind auch trotz der Befragungsergebnisse weiterhin berechtigt. Mit Magistratsmitgliedern, die den Bürger*innen verzerrte Lärmwahrnehmungen vorwerfen, haben die Sachsenhäuser*innen bereits nie vergessene Erfahrungen gemacht. Wir wünschen uns einen weiterhin autofreien Mainkai mit flankierenden Maßnahmen, die den Einstieg in die Verkehrswende für alle positiv erfahrbar machen," so Ursula auf der Heide, Sachsenhäuser Stadtverordnete der GRÜNEN im Römer.

Obwohl also die deutliche Mehrheit der Frankfurter*innen den Mainkai als lebenswerte Freifläche behalten möchte, ist derzeit leider (noch) keine Einigung auf politischer Ebene in Sicht. SPD und GRÜNE möchten die Sperrung beibehalten, die CDU möchte am Mainkai Autoverkehr weiter zulassen. Wir GRÜNEN im Römer möchten uns mit dieser Situation nicht abfinden, denn gerade die vergangenen Wochen haben gezeigt wie wichtig diese Freifläche, wie wichtig eine neue gerechtere Aufteilung des öffentlichen Raums vor allem in Corona-Zeiten ist. Die COVID-19 Situation verschärft sich aktuell wieder und wird uns mindestens noch den ganzen Winter erhalten bleiben. Es geht also längst nicht mehr nur um die politische Grundsatzentscheidung, ob und wie wir mit der Mobilitätswende vorankommen. Dies werden wohl erst die Bürger*innen mit ihrer Stimme bei der Kommunalwahl 2021 entscheiden. Jetzt geht es darum, diese Fläche bis zu einer endgültigen Entscheidung zu sichern.

Deshalb haben die GRÜNEN im Römer in dieser Woche einen Vorschlag vorgelegt, der versucht, die Situation in Sachsenhausen gezielt zu verbessern: Zum einen soll die Verkehrsführung so gestaltet werden, dass der vom Mainkai verdrängte Kfz-Verkehr gerechter auf die umliegenden Straßen verteilt wird. Zum anderen bietet der Vorschlag auch schnell umsetzbare Verbesserungen für Sachsenhausen. Unser Vorschlag, den wir gerne mit allen Beteiligten gemeinsam verbessern, umfasst folgende Maßnahmen:

- Verbesserung der Verkehrsführung (Abbiegespuren, Beschilderung und Ampelschaltungen) in West-Ost und Ost-West Richtung, um einen Teil des Verkehrs auf die Berliner Straße zu leiten. Dazu ein Pop-up-Radweg auf der Hanauer Landstraße und Allerheiligenstraße.

- Ein Pop-up-Radweg über die Alte Brücke in die Walther-Kolb-Straße.

- Ein Pop-up-Radweg und Pop-up-Außenbereiche für die Geschäfte und Restaurants in der Schweizer Straße.

"Wir rufen unseren Koalitionspartner CDU dazu auf, nochmals seine Entscheidung zu überdenken und im Sinne aller Bürger*innen zu einer pragmatischen Lösung zu kommen, bis die politische Grundsatzentscheidung im kommenden Jahr hoffentlich bei überwundener Corona Krise getroffen werden kann", so Wolfgang Siefert abschließend.

Mainkai Vorschlag:

Verbesserungen KFZ Richtung West-Ost

Verbesserungen KFZ Richtung Ost-West Variante 1

Die naheliegende Idee einen Linksabbieger am Börneplatz aus Richtung Alte Brücke kommend einzurichten, ist wegen der fehlenden Ampelphase ein Problem (nur die abbiegende Line 18 alle 5 Minuten wäre frei), außerdem macht das diese Kreuzung gefährlicher. Vermutlich keine Lösung, deshalb Variante 2.

Verbesserungen KFZ Richtung Ost-West Variante 2

Die Variante 2 erscheint da wesentlich besser, belastet aber die westliche Hanauer Landstr. (Ortsbezik 4) in Ost-West-Richtung neu. Dieser Abschnitt wurde aber im Zuge des Neubaus Sonnemannstraße erheblich entlastet vor ein paar Jahren.
Das Stauproblem in der Stoltzestraße könnte man durch eine optmierte Ampelschaltung am Knoten Börneplatz verbessern. Als Ausgleich erhält der Bereich dafür einen Pop-Up Radweg von der Alten Feuerwache bis zur Kurt-Schuhmacher-Straßet (teilweise eine vorgezogene Radentscheidmaßnahme).

Pop-up-Radwege und -Außenbereiche

- Pop-up-Radwege in der westlichen Hanauer Landstr. und Allerheiligenstraße als Ausgleich für Ost-West Variante 2

-Pop-up-Radweg über die Alte Brücke und Walter-Kolb-Straße bis zur Kreuzung Schweizer Straße

- Pop-up-Radweg in der Schweizer Straße zwischen Walter-Kolb-Straße und Textorstraße (Entall straßenbegleitendes Parken)

- Pop-Up Außenbereiche für die Geschäfte und Restaurants in der Schweizer Straße (Entall Parken zwischen den Baumstandorten) und Tempo 30