Neues Gewerbegebiet und GrünGürtelpark Nieder-Eschbach?

Jetzt beginnt die Arbeit an den notwendigen Grundlagen
 
Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 25. September 2020
 
Mit einem Magistratsbeschluss wurden heute zwei Vorlagen zum Gewerbeflächenentwicklungsprogramm und zum GrünGürtel-Park Nieder-Eschbach an das Stadtparlament zur Beratung überwiesen. Neben einer umfangreichen Darstellung von Standorttypen in Aufmerksamkeitszonen enthält das Gewerbeflächenentwicklungsprogramm neben vielen wichtigen Maßnahmen zur Absicherung bestehender Gewerbegebiete auch einen dezernatsübergreifenden Prüfauftrag für ein Gewerbegebiet längs der Züricher Straße in Nieder-Eschbach.
 
„Wir GRÜNE IM RÖMER wissen, dass dies fraktionsübergreifend in Nieder-Eschbach weitere Diskussionen auslösen wird, halten aber diesen Prüfauftrag dennoch für sinnvoll“, so Uli Baier, planungspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer.
 
Der Prüfauftrag wird verschiedene mögliche Varianten für dieses Gewerbegebiet zu untersuchen haben, im Umfang zwischen 10 und 30 ha, dabei die ausgewiesenen Ausgleichsflächen im Westen bei dem Autobahn-Ohr und im Osten das Regenwasser-Rückhaltebecken respektieren sowie einen notwendigen Abstand zum Ortsrand Nieder-Eschbach. Er wird näher untersuchen, für welches Gewerbe diese Fläche genutzt werden kann, und möglicherweise auch zu dem Ergebnis kommen, dass die untersuchte Fläche für ein Gewerbegebiet ungeeignet ist bzw. entfallen kann.
 
„Sinnvoll ist diese Prüfung auch insofern“, so Uli Baier weiter, „um dabei darzulegen, wie sich mögliche 12 m hohe Lärmschutzwände auf die Kaltluftströme auswirken würden, die das Land Hessen dort bei der Verbreiterung der Autobahn A5 errichten müsste, und welche Folgerungen dann aus negativen Auswirkungen zu ziehen wären. Darzulegen ist ferner, warum der auf jeden Fall zu beteiligende Regionalverband einer Nutzungsänderung der Ackerflächen zustimmen soll“.
 
„Unbedingt sollte aus unserer Sicht auch eine Prüfung erfolgen, wie im Sinne des Koalitionsvertrags der GrünGürtel-Park Nieder-Eschbach gesichert und räumlich vernetzt in Ortsnähe erweitert werden soll“, ergänzt Baiers Fraktionskollege Bernhard Maier.
 
Darüber hinaus erwarten die GRÜNEN kluge Vorschläge des Magistrats, wie er in größerem Zusammenhang die Gewerbeplanung für einzelne Branchen in Frankfurt sieht, die den bisher angenommenen Fehlbedarf an Gewerbeflächen in Frankfurt von ca. 50 ha plus dem wachsenden Flächenbedarf für Rechenzentren einigermaßen auflösen soll. Wir müssen entscheiden, welcher Art von Gewerbe wir den Vorzug geben wollen oder wie eine Nachverdichtung bestehender Flächen gelingen kann.
 
Doch insgesamt ist der Fehlbedarf auf Frankfurter Gemarkung allein sicher nicht einzulösen. Umso wichtiger wäre nach Meinung der GRÜNEN eine Entwicklungsgesellschaft mit der Aufgabe, in Kooperation mit Nachbargemeinden Flächen zu identifizieren, die für eine interkommunale Kooperation geeignet sind und gleichzeitig Modelle zu entwickeln, wie hier die Kooperation zwischen Frankfurt und den Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet aussehen kann.
 
„Planungsprozesse sind mit ihren vorbereitenden Überlegungen, den folgenden Untersuchungen, der bewertenden politischen Diskussion mit der Bürgerschaft, dem Ortsbeirat und der Fraktionen untereinander, immer dynamische Prozesse, an deren Ende notwendige Überarbeitungen der ursprünglichen Ideen herauskommen. Ähnlich wie bei Gesetzentwürfen von Ministerien und anschließender Diskussion im Bundestag werden wir uns hier in den kommenden Monaten intensiv zu den Magistratsvorlagen mit den anderen Fraktionen und dem Ortsbeirat austauschen, und uns Gedanken über mögliche Ergänzungen bzw. Maßgaben machen“, so Baier abschließend.