Schulöffnungen sind Entscheidungen gewissenhafter Abwägungen

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 17. April 2020

Die Entscheidung der schwarz-grünen Hessischen Landesregierung über die Schulöffnungen zum 27. April 2020 in einem abgestimmten Stufenplan ist geprägt von Besonnenheit und Abwägung zwischen Bildungsauftrag und Infektionsschutz.

Die aktuellen Infektionszahlen lassen es zu, dass der Präsenzunterricht an hessischen Schulen schrittweise und vorsichtig wieder starten kann. "Dies sind gute Nachrichten für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen an den allgemeinen sowie beruflichen Schulen in Frankfurt. Eine zusätzlich gute Nachricht ist die Verschiebung des Termins der zentralen Abschlussprüfungen der Haupt-, Real- sowie Fachoberschulen. So wird für diese Schülerinnen und Schüler die wichtige Zeit zur Prüfungsvorbereitung im Rahmen des Präsenzunterrichts ermöglicht", lobt Birgit Ross, bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer.

"Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Entscheidungen und so macht die abgestimmte Vorgehensweise der schwarz-grünen Hessischen Landesregierung aber auch deutlich, dass der Kompromiss-Korridor zwischen Bildungsauftrag und Infektionsschutz nur ein schmaler ist. Die Abwägung, in welcher Weise und in welcher Geschwindigkeit dieser Korridor erweitert werden kann oder auch eventuell wieder verschmälert werden muss, wird auf der Basis der Corona-Pandemiebekämpfung stattfinden. Weiterhin gilt es die Hygiene- und Schutzmaßnahmen sehr bewusst, solidarisch und konsequent durchzuführen - dies ist für die Schülerinnen und Schüler eine außergewöhnliche Erfahrung und durchaus eine wichtige Lerneinheit im Sinne der Prävention, im Sinne des eigenen Schutzes vor einer COVID-19-Infektion. Auch für die Schulen ist die Organisation des Präsenzunterrichts unter dem Einfluss der Corona-Pandemie eine außergewöhnliche Herausforderung. Wir erwarten an dieser Stelle die besondere Unterstützung aus dem Dezernat der Bildungsdezernentin Sylvia Weber. Auch wenn die Entscheidung für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts und die neue Verordnung aus dem Hessischen Kultusministerium kommt, muss im Rahmen des Notfallmanagements an Frankfurter Schulen Unterstützung und Hilfe aus dem Bildungsdezernat der Stadt Frankfurt kommen. Von Seiten des Schulträgers muss dafür Sorge getragen werden, dass die sanitären Anlagen in einem Zustand sein müssen, der den besonderen Anforderungen unter Corona entspricht. Risikogruppen, die auch in der Gruppe der Schülerinnen und Schülern zu finden sind, müssen besonders geschützt werden. Desinfektionsmittel sowie Mund-Nase-Schutz sollten ausreichend an den Frankfurter Schulen vorhanden sein. Ebenso gilt es, den inklusiven Unterricht vollumfänglich sicherzustellen.

"Wir hoffen auf eine weiterhin positive Entwicklung der Infektionszahlen und damit auf weitere Schulöffnungen für die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge. Die aktuelle Corona-Pandemiebekämpfung ist eine außergewöhnliche Herausforderung für unsere Gesellschaft - es gilt den Bildungsauftrag, die Bildungsgerechtigkeit sowie Inklusion auch in Krisenzeiten so vertretbar wie möglich sicherzustellen", so Ross abschließend.

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