Starker Aufwind für den Frauenfußball

Pressemitteilung vom 18. Juni 2020

Zur Fusion des 1. FFC mit Eintracht Frankfurt erklärt Natascha Kauder, sportpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer:

"Einige Monate stand es unter Vorbehalt, dass die deutschen Fußball- Rekordmeisterinnen des 1. FFC Frankfurt und die Frankfurter Eintracht noch in diesem Jahr fusionieren. Nun ist es endlich soweit: Der siebenmalige Meister, mit neun DFB Pokalsiegen und vier Titeln in der Champions-League - und somit einer der erfolgreichsten Vereine Europas wird ab 01.07.2020 als Eintracht Frankfurt antreten. Ziel ist der erneute Angriff auf die nationale Spitze.

"Der 1. FFC hat die Geschichte des deutschen Frauenfußballs in den vergangenen 20 Jahren geprägt wie kein anderer Verein. Frauenfußball war viele Jahre national und international mit dem FFC verbunden und dieser hat so viele Nationalspielerinnen hervorgebracht und gefördert wie keine andere deutsche Mannschaft", so Kauder.

"Mit der Fusion ist das Ziel verbunden, auch in Frankfurt den Frauen- und Männerfußball unter einem Dach professionell zusammenzulegen. Daher ist die Fusion ein starkes und wichtiges Signal, um im Wettbewerb der Frauenbundesliga wieder oben mitzumachen. Gerade Bayern München und VfL Wolfsburg sind hier als große Konkurrenz zu nennen. Sie zeigen, was mit neuen und besseren Strukturen möglich ist. Ob die aktuellen Verträge aller Bundesligaspielerinnen zum 30. Juni 2020 bestehen bleiben und wer die Spielerinnen der neuen Mannschaft sein werden, bleibt spannend zu verfolgen, gerade da der FFC vor wenigen Wochen noch neue Spielerinnen verpflichtet hat, unter anderem die Nationaltorhüterin Merle Frohms.

Sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft des FFC werden in die Fußball AG der Eintracht integriert. Geplant ist weiterhin, die Spielberechtigungen der drei weiteren Mannschaften des FFC und der Eintracht zu übernehmen und somit bis zu fünf Frauenteams in den fünf höchsten Ligen für die Saison 2020/21 zu melden.

Mit der Fusion entsteht somit ein großes Potential und große Chancen für den Frauenfußball. Das hohe Ungleichgewicht zwischen den Millionensummen im Männerfußball und den Gehältern im Frauenfußball sind jedoch nach wie vor eklatant und nicht akzeptabel. Ich wünsche mir daher realistische finanzielle Anpassungen auf beiden Seiten in der Zukunft.

Die Rolle des Frauenfußballs erfährt in Deutschland noch immer nicht die gebührende Beachtung. Die Zahlen der Vereine, der Spielerinnen und der Zuschauer*innen war aufgrund fehlender Strukturen in der Vergangenheit eher rückläufig. In Frankfurt werden die Weichen jetzt aber neu gestellt und der Frauenfußball kann von der verordneten Professionalisierung der UEFA nun hoffentlich profitieren. Mehr nationale Spiele, mehr Mannschaften, mehr Professionalität - der nächste Schritt wäre dann noch eine entsprechende Entlohnung im Fußball.

Auch im Bereich des Frauen- und Mädchenfußballs wird sich der Fußballstandort Frankfurt weiterentwickeln. Mit dem geplanten Zentrum für den Frauen- und Mädchenfußball werden auch hier wichtige Zukunftsweichen gestellt", so Kauder abschließend.