Verbündete beim Kampf um Akzeptanz und Selbstbestimmung

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 31. März 2020

Der Transgender Day of Visibility wird seit 2009 jährlich am 31. März begangen. Er ist ein Feiertag zu Ehren von Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung.

„Wir Menschen sind bunt wie ein Regenbogen – auch in unseren geschlechtlichen Identitäten. Daran möchten wir heute erinnern“, erklärt Dimitrios Bakakis, queerpolitischer Sprecher der Fraktion. „Wir feiern heute trans*, inter* und nicht-binäre Menschen und möchten sie in ihrer ganzen Vielfalt sichtbar machen. Wir sind ihre Verbündeten bei ihrem Kampf um Akzeptanz und Selbstbestimmung: Ihre Ziele sind unsere Ziele“, so Bakakis weiter.

„Jeder Mensch sollte seinen individuellen Lebensentwurf möglichst selbstbestimmt gestalten können. Von dieser Überzeugung lassen wir GRÜNE uns leiten. Leider werden jedoch den Menschen weiterhin Steine vom Staat in den Weg gelegt. Statt des von uns lange geforderten Selbstbestimmungsgesetzes ist weiterhin das fast 40 Jahre alte, paternalistische und in Teilen verfassungswidrige Transsexuellengesetz in Kraft. Es steht dem Staat aber nicht zu die Menschen bei einem so persönlichen Thema wie der eigenen geschlechtlichen Identität derart zu bevormunden. Das muss sich umgehend ändern!“

„Aber auch gesellschaftlich ist noch viel zu tun. Von der vermeintlichen Norm abweichende Varianten der Geschlechtsentwicklung sind keine Krankheit, sondern Ausdruck der menschlichen Vielfalt und müssen als solche akzeptiert werden. Was die Wissenschaft längst weiß, ist jedoch noch nicht in allen Teilen der Gesellschaft voll angekommen. Die Konsequenzen sind hart: Hass und Hetze, Beschimpfungen bis hin zu tätlichen Übergriffen sowie Ausgrenzung in der Schule und im Beruf sind für viele trans* und inter* Menschen alltäglich. Das ist unerträglich. Dem müssen wir uns alle gemeinsam entgegenstellen. Wir rufen dazu auf, sich für die Akzeptanz von Vielfalt einzusetzen – immer und überall. Wenn Ewiggestrige ein schwarz-weißes Zerrbild unserer Welt zeichnen, sollten wir ihnen die bunte Wirklichkeit entgegenhalten. Die ist auch sehr viel schöner,“ so Bakakis abschließend.

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