Vision des Kulturcampus nicht im Klein-Klein verunmöglichen

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 21. Februar 2020

Es bleibt das Ziel der GRÜNEN im Römer, dass der Realisierungswettbewerb für die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und das Zentrum der Moderne inklusive des Tortengrundstücks neben dem Bockenheimer Depot zusammen mit dem Land Hessen durchgeführt wird.

Diese Idee ist eine große Chance sowohl für die Hochschule als auch für die im Forum Kulturcampus organisierten Institutionen wie unter anderem Ensemble Modern, Frankfurt LAB, Hessische Theaterakademie, Institut für Sozialforschung, Junge Deutsche Philharmonie, Künstlerhaus Mousonturm oder Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Nur wenn all das als gesamtes Ensemble gedacht und im Rahmen des Realisierungswettbewerbs eingebracht wird, ergibt es Sinn.

"Deshalb sind wir auch sehr über die neuesten und in der Koalition unabgestimmten Ideen der Kulturdezernentin überrascht", erklärt der kulturpolitische Sprecher der GRÜNEN, Sebastian Popp. "Jetzt nur Teile wie das LAB zu denken und zur Finanzierung mal eben der ABG eine "Miet-(Kauf)-Variante" anzutragen, wird der Sache nicht gerecht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die ABG das aus der Portokasse vorfinanzieren kann. Ob das rechtlich überhaupt möglich ist, kann ich nicht einschätzen", so Popp weiter.

Nach Kenntnis der GRÜNEN sind im Doppelhaushalt durch die Kulturdezernentin keinerlei finanzielle Mittel für dieses Projekt eingestellt. Eine solche Anmeldung und Absicherung im Haushalt der Stadt ist aber die Voraussetzung, um überhaupt Verpflichtungen gegenüber dem Land oder der ABG eingehen zu können.

"Auch die jetzt überraschend eingebrachte Verbindung mit der Interimsspielstätte für die Bühnen scheint wenig durchdacht", so Popp weiter. "Wenn auf dem Tortengrundstück das Zentrum der Künste mit einer Vielzahl von Räumen, aber ohne ausreichendem großen Veranstaltungsraum geplant ist, verstehe ich nicht, wie dort überhaupt etwas sinnvoll interimistisch untergebracht werden kann?"

Es ist ziemlich unrealistisch, keine eigenen Mittel zu haben und gleichzeitig vom Land Hessen zu erwarten, sich neben der Hochschule und Senckenberg auch noch am Zentrum der Künste zu beteiligen.

"Auch ein mit dem beschlossenen Bebauungsplan kohärentes und mit dem Planungsdezernenten baulich abgestimmtes Konzept für das Baufeld südlich der Bockenheimer Landstraße, wäre dringend vorzulegen", so Uli Baier, planungspolitischer Sprecher der GRÜNEN.

"Es ist deshalb dringend notwendig, der Koalition noch vor Ostern ein Konzept vorzulegen, aus dem ersichtlich wird, wie der Wille der Stadt Frankfurt, gemeinsam mit dem Land Hessen den Realisierungswettbewerb umzusetzen, erreicht werden kann," so Popp abschließend.