10. TODESTAG VON LUTZ SIKORSKI

Gemeinsame Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer, der grünen Magistratsgruppe und des Kreisverbands vom 04. Januar 2021

Lutz Sikorski, unvergessenes grünes Urgestein in der Frankfurter Lokalpolitik und erster grüner Verkehrsdezernent. Sein allzu früher Tod jährt sich am 5. Januar 2021 zum zehnten Mal.

Erstmals wurde Lutz Sikorski als leidenschaftlicher "Kommunaler" 1985 für die GRÜNEN im Römer in die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung gewählt. Zunächst war er für die GRÜNEN im Römer als Fraktionsgeschäftsführer tätig und übernahm 1996 den Fraktionsvorsitz. In der ersten schwarz/grünen Koalition mit Oberbürgermeisterin Petra Roth und Bürgermeisterin Jutta Ebeling wurde er 2006 in den hauptamtlichen Magistrat gewählt und dort "Architekt" und erster Dezernent des neu gegründeten Dezernats für Verkehr, welches er bis zu seinem Tod am 5. Januar 2011 geführt hat. Seine in dieser Zeit durchgesetzten Entscheidungen wirken bis heute nach und sind unverändert Bestandteil im Verkehrsgeschehen dieser Stadt. Man denke nur an die Sperrung der Hauptwache für den motorisierten Verkehr, das Radfahren in Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung zu erlauben oder die erfolgreiche Geschichte der Straßenbahnlinien 17 und 18, deren Bau er initiierte.

Was sein Wirken am besten beschreibt, ist sein unbedingtes Eintreten für die Belange aller Menschen in der Stadt. Ungeachtet der Herkunft, des sozialen Status oder politischer Sichtweisen. Er beeindruckte durch seine Vitalität, seine Geradlinigkeit und Offenheit in politischen Auseinandersetzungen und nicht zuletzt auch mit seiner Durchsetzungsfähigkeit. Er war einer jener Charaktere, die eine Stadt prägen und die Menschen gewinnen können - als politischer Generalist und hochqualifizierter Entscheider in der Sache. Als einer der besten und scharfzüngigsten Redner in der Stadtverordnetenversammlung wurde er über alle Fraktionsgrenzen hinweg respektiert. Er konnte messerscharf formulieren, wenn es um die Sache ging, und er verband Humor mit Menschlichkeit in der Auseinandersetzung mit dem politischen Konkurrenten. Sein Umgang mit vielen kleinen und großen Anliegen der Bürgerinnen und Bürgern an den Magistrat zur Mobilität in Frankfurt lässt sich am besten mit seiner Antwort beschreiben: "Der Anregung wird entsprochen". Kein wenn, kein aber.

Die GRÜNEN in Frankfurt erinnern sich an einen ihrer Besten und trauern über seinen allzu frühen Tod. Mit Lutz Sikorski verloren sie eine politische Leitfigur, die über die Parteigrenzen hinaus die Kommunalpolitik in Frankfurt am Main in wesentlichen Bereichen mitgeprägt hat. Sie verloren einen Politiker, für den fernab von ideologischen Zwängen immer der Mensch und dessen Bedürfnisse im Vordergrund seines politischen Handelns gestanden hat.

Bedingt durch die gegenwärtigen Kontaktbeschränkungen findet die Kranzniederlegung am Grab von Lutz Sikorski auf dem Hauptfriedhof in einem sehr engen Personenkreis statt.