Die sozialökologische Zukunft unserer Stadt: Wohnen, Grün, Lärmschutz zusammen denken

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer am 27.01.2021

Die GRÜNEN im Römer halten es angesichts zunehmender kursierender Fehlinformationen, Fehlinterpretationen und Falschaussagen für angebracht, in einigen Punkten zu der Entscheidung der GRÜNEN-Mitgliederversammlung, die Planungen für die "Günthersburghöfe" nicht in ihrer bisherigen Form umsetzen zu wollen und den damit verbundenen Konsequenzen für die weitere Entwicklung des Gebiets, Stellung zu nehmen.
 
Dazu erläutert Bernhard Maier, Planungspolitischer Sprecher der GRÜNEN Römer-Fraktion:
 
"Die GRÜNEN fordern aus ökologischen Gründen eine Reduzierung der Bebauung auf die bereits versiegelten Flächen. Einige Kommentator*innen ordnen dies als eine „Verhinderungspolitik“ ein, auch wenn sie resümieren, dass die ökologischen Krisen unserer Zeit uns doch tatsächlich zwingen, umzudenken. Obwohl auf Drängen der GRÜNEN einige Verbesserungen in der Planung zustande kamen, kann die Gesamtbilanz der „Günthersburghöfe“ gerade in den Details dieses Umdenken nicht ausreichend erkennen lassen. Wir müssen in der Stadtplanung insgesamt den notwendigen Prozess beschleunigen, gefördertes Wohnen und Klimaschutz noch mehr miteinander zu verzahnen.
Die Ablehnung einer Variante der Planung der Günthersburghöfe bedeutet aber nicht, dass wir in diesem Gebiet gar keinen Bebauungsplan mehr aufstellen wollen. Im Gegenteil: Wir wollen dringend erreichen, dass die bisher für die Gewerbenutzung ausgewiesene und teilweise seit langem ungenutzten schon versiegelten Flächen endlich einer Wohnnutzung zugeführt werden - so auch Flächen, wie der große Lidl-Parkplatz, der dafür mehr als geeignet ist. Daher sind auch Aussagen, dass die GRÜNEN den Bau von 1500 Wohnungen verhindern wollen, falsch. In einem neuen Verfahren sollen Lösungen gefunden werden, unter veränderten Voraussetzungen möglichst viel Wohnungsbau zu ermöglichen. Die häufig genannte Zahl von 1500 Wohnungen beinhaltet ohnehin auch Flächen, die in einer 2. Planungs-Phase gebaut werden sollten. Genau hier sehen wir GRÜNEN weiterhin ein hohes Potential und wollen diesen Prozess beschleunigen.
 
Anders als häufig dargestellt, betreiben wir auch keine "Klientelpolitik" für Kleingärtner*innen, die ihre Privilegien wahren wollen, sondern plädieren dafür, dass die Grünflächen zwar zum einen geschützt, aber zum anderen auch stärker miteinander verbunden und für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Insofern sehen wir die Planung der Verknüpfung der Stadtteile und Parks durch ein "Grünes Band" nicht als gefährdet an. Die Planungen eines Grünen Bandes zwischen Nordend, Bornheim und Seckbach sind unabhängig von der Verwirklichung der Wohnbebauung der „Günthersburghöfe“ umzusetzen. Denn so, wie wir dringend mehr geförderte Wohnungen benötigen, müssen wir den Klimaschutz mit mehr Grün fördern.
 
Die Überdeckelung der A661 als zentraler Bestandteil der Gesamtplanungen des Ernst-May-Viertels wird eine Stadtreparatur für mehr gute Luft, mehr Lärmschutz, mehr Grün und damit mehr Lebensqualität für alle Anwohner*innen bringen. Eine Finanzierung der A661-Einhausung über die Investoren der Baugebiete wurde im Zusammenhang mit der Vorprüfung für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme diskutiert. Die "Günthersburghöfe“ sind jedoch kein Teil dieser Maßnahme. Einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung für die Einhausung gab es bei gleicher Ausgangslage dennoch, über den wir GRÜNEN uns sehr freuen. Angesichts der Einnahmeausfälle der Stadt verstehen wir bis zu einem gewissen Punkt, dass auch über die hohen Kosten für dieses Projekt Diskussionen geführt werden. Wir GRÜNE bekennen uns jedoch weiter zur Einhausung und den weiteren Wohnbauplänen, dem Zugewinn an Grünflächen und Lebensqualität, die damit verbunden sind.
 
Wir können in Zukunft Wohnen und Klimaschutz nur zusammen umsetzen. Es geht an dieser Stelle um nicht viel weniger, als die zukunftsfähige, sozialökologische Gestaltung unserer Stadt“, so Maier abschließend.