Ein*e Nachtbürgermeister*in muss unabhängig sein, um zu vermitteln

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 20.Januar 2021

"Wir befürworten es sehr, dass in Frankfurt ein*e Nachtbürgermeister*in implementiert werden soll. Aus GRÜNER Sicht soll ein*e Nachtbürgermeister*in allerdings von einer Art Jury unter Beteiligung der Szene gewählt werden. Sie oder er muss unabhängig sein", erklärt Sebastian Popp, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer.

""Ein*e Nachtbürgermeister*in ist Vermittler*in zwischen den Clubszenen, Anwohner*innen und städtischer Verwaltung und agiert mit allen Beteiligten auf Augenhöhe. Wird diese Person an eine Verwaltungseinheit angedockt, so verliert sie ihre Unabhängigkeit und das gleichberechtigte Konzept wird zum Scheitern verurteilt sein. Andere Städte machen es uns vor, so ist der Nachtbürgermeister in Mannheim von einer Jury gewählt, die aus Vertreter*innen der Clubszene und der Stadtverwaltung sowie dem Publikum bestand. Kandidat*innen waren Gastronom*innen, Musiker*innen und Künstler*innen", hebt Popp hervor.

Ein*e Nachtbürgermeister*in kann nur als ein Teil eines Netzwerkes fungieren, ebenso nur als ein wichtiges Mitglied eines Runden Tisches, das aus den relevanten städtischen und außerstädtischen Partner*innen zusammengesetzt sein muss. Für das Gelingen dieses Konzeptes ist es zwingend erforderlich, in ein solches Netzwerk die relevanten Ressorts wie Umwelt und Frauen, Gesundheit und Kultur gleichberechtigt einzubinden. Dazu gehören auch bereits erfolgreich etablierte Runde Tische des Drogen- und Frauenreferates, in denen Fragestellungen wie Umgang mit Drogenkonsum oder sexuellen Übergriffe thematisiert werden und in Schulungen für Clubbetreiber*innen vertieft vermittelt werden. Ein Miteinander von Anfang an, ist unverzichtbar, in dem Aktivitäten abgestimmt werden und eine vernetzte Zusammenarbeit stattfindet. Die Aufgabenrolle der*s Nachbürgermeister*in ist ein Modul und in den Gesamtprozess einzugliedern", unterstreicht Popp.

"Da das Nachtleben auch eine wichtige kulturelle und wirtschaftliche Größe ist und täglich tausenden Menschen in ihrer Freizeit "Freude macht", sollte die "Clubkultur" und das "Nachtleben" in den konzeptionellen Überlegungen und Darstellungen auch entsprechend positiver dargestellt werden", so Popp.

"Wichtig ist ein partizipativer Prozess, bei dem alle beteiligten Akteur*innen eingebunden sind, auch in eine gesamtstädtische Struktur. Die Einbindung gerade auch der kommerziellen Club-Szene ist zum frühestmöglichen Zeitpunkt zentral für das Funktionieren einer*s Nachtbürgermeister*in. Dies gilt nicht nur für die Wahl der*s Nachtbürgermeisterin*s", so Popp abschließend.