Gegen alle Widerstände: GRÜNE bringen die Diskussion um soziale und ökologische Fragen weiter

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 09. März 2021
 
Die GRÜNEN im Römer sehen sich durch die Zwischenauswertung des FR-Wahl-O-Maten in ihrem Vorgehen bestärkt, beim Bau der „Günthersburghöfe“ nicht noch kurz vor der Wahl Fakten zu schaffen, wie es der Planungsdezernent gerne getan hätte. Die Auswertung zeigt auf, dass ein Großteil der Befragten, die den aktuell an der Regierung im Römer beteiligten Parteien nahe stehen - jeweils zwischen 86% und 92% - einer Bebauung wie sie geplant ist nicht voll zu stimmen. Wir GRÜNE im Römer werden weiter darauf beharren, bei diesem Projekt zunächst noch einmal mit mehr Rücksicht auf das dort bereits Bestehende und mit breiter Beteiligung der Stadtgesellschaft umzuplanen.
 
Auch, dass das Projekt von CDU und SPD schon heute als "ökologisches Vorzeigeprojekt" bezeichnet wird, zeigt, wie groß der Nachholbedarf in der Diskussion um das zukunftsfähige Planen und Bauen im Stadtparlament ist. Den Standard, der für neue Planungen in anderen Metropolen längst gilt, nämlich sowohl eine klimaneutrale Energieversorgung zu realisieren, mit ökologischen Baustoffen zu bauen, als auch auf den Bau von Tiefgaragen zu verzichten, müssen wir endlich auch in Frankfurt erreichen. Die vorliegenden Planungen und Verhandlungsergebnisse mit den Investor*innen berücksichtigen dies jedoch nur im Ansatz.
 
Dass mit der städtischen ABG nicht mehr zu erreichen sei, kann sich der planungspolitische Sprecher der GRÜNEN im Römer, Bernhard Maier, nicht vorstellen: "Die Stadt braucht die ABG als Unterstützerin bei den wichtigen sozialen und ökologischen Weiterentwicklungen, als Partner*in, die anhand vorbildlicher Projekte aufzeigen kann, wie sich diese Fragen lösen lassen. Sie hat das auch in der Vergangenheit immer wieder getan. In der Gesamtbilanz zahlt sich das am Ende für die Stadt aus. Wir wollen, dass Stadt und ABG einen solchen Weg gemeinsam beschreiten."
 
"Der Schlachtruf 'bauen, bauen, bauen' ist keine Antwort auf alle Fragen, das wird anhand der hohen Bautätigkeit und dennoch wachsender Unterversorgung mit günstigem Wohnraum deutlich. Die Ressource Boden ist nun einmal begrenzt und jede Entscheidung, sie anders zu nutzen, muss gut überlegt und in ein stimmiges Gesamtprogramm eingebettet werden, zu dem natürlich auch ökologische und gesundheitliche Aspekte gehören. Untersuchungen ähnlicher Situationen zeigen deutlich, dass in einem angespannten Wohnungsmarkt wie dem Frankfurter nur ein wohl überlegtes und bedarfsgerechtes Handeln Sinn macht. Konkret bedeutet das für uns: eine höhere Quote und Priorität für sozial gefördertes Wohnen und mehr Investitionen in den Klimaschutz. Genau das muss der Frankfurter Baulandbeschluss in Zukunft zu leisten imstande sein. Dazu gehört eine vernünftige Priorisierung von Projekten und eine frühe und breite Beteiligung, die ein erfolgreiches, gemeinsames setzen und erreichen von Zielen ermöglicht. So stellen wir uns den 'Frankfurter Weg' des Bauens vor und so wollen wir den Herausforderungen unserer Zeit begegnen!“, so Bernhard Maier abschließend.