Gemeinsam laut für ein gewaltfreies Leben von Frauen* und Mädchen*!

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 24.11.21

"Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* ist strukturelle Gewalt, die gesellschaftlichen Bedingungen geschuldet ist und aus der Ungleichheit von Frauen* und Männern* resultiert", erklärt Beatrix Baumann, Stadtverordnete und frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*. "Auch wenn es sich dabei oft um sexualisierte Gewalt handelt, geht es den Tätern in erster Linie um Kontrolle und Macht - entweder sie zu erlangen oder sie zu behalten", führt Baumann aus.

Die strukturelle Ungleichheit spiegelt sich auch in den Zahlen zu häuslicher Gewalt in der Frankfurter Kriminalstatistik 2020 wieder: von 1588 Betroffenen waren 1264 weiblich. Von 620 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung - von Belästigungen bis zu Vergewaltigungen - richteten sich 550 gegen Frauen* und Mädchen*. Zwei Femizide wurden ausgeführt, drei weitere versucht. "Fünfmal haben im letzten Jahr allein in Frankfurt, hier in unserer Stadt, Männer es versucht oder es tatsächlich umgesetzt, ihre (Ex-)Partnerin zu töten. Das ist absolut erschreckend und fordert von uns weitere Anstrengungen beim Ausbau von Präventions-, Schutz- und Hilfsangeboten, um den Gewaltschutz von Mädchen* und Frauen* zu garantieren. Bei den Daten der Kriminalstatistik über Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung muss man sich auch immer klarmachen, dass sie nur die Spitze des Eisbergs zeigen", betont Beatrix Baumann, "die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher".

Frankfurt hat schon ein gutes Hilfs- und Beratungsangebot für von Gewalt betroffene Frauen* und Mädchen* wie Beratungsstellen und Frauenhäuser. Die GRÜNEN im Römer wollen den Gewaltschutz aber noch weiter voranbringen. "In den letzten Jahren und verstärkt durch die Corona-Pandemie hat sich unser aller Leben mehr in die digitale Welt verlagert - und die Gewalt gegenüber Frauen* und Mädchen* ist dem gefolgt", so Baumann. "Deshalb will die Koalition Menschen und vor allem Frauen* und Mädchen*, welche von digitaler Gewalt, Hass und Hetze betroffen sind, sowie ihren Angehörigen, Eltern, Lehrkräften und Betreuer*innen Beratung und Unterstützung anbieten und dafür eine kommunale, interdisziplinär ausgestattete Informations-, Präventions- und Beratungsstelle einrichten. Zudem wollen wir Täter stärker in die Verantwortung nehmen und dazu die Täterarbeit ausbauen. Im Sinne einer wirkungsvollen Prävention werden wir mehr Beratungsangebote und Anti-Gewalt-Programme für Täter häuslicher und sexueller Gewalt mit dem Ziel der Verhaltensänderung fördern."

Um mehr Unterstützung, Beratung und Hilfe für von Gewalt betroffene Frauen* und Mädchen* anbieten und besser vernetzen zu können, hat die Stadt Frankfurt im Frauenreferat kürzlich eine Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention dauerhaft etabliert. "Wir sind stolz darauf, dass Frankfurt als erste Kommune in Deutschland die Umsetzung der Istanbul-Konvention so vorantreibt", freut sich Baumann. "Außerdem gibt es viele wichtige Vereine und Initiativen, die sich des Themas annehmen und großartige Arbeit leisten. Gemeinsam gehen wir heute auf die Straße und zeigen Solidarität mit jeder Frau* und jedem Mädchen*, die jemals Gewalt erfahren hat - und wir erhöhen die Aufmerksamkeit für Gewalt gegen Frauen* und Mädchen*".

Die Demonstration wird vom Bündnis Frankfurt für Frauenrechte gemeinsam mit dem Frauenreferat, NGO's und Gewerkschaften organisiert und beginnt um 17:00 Uhr (25.11.21) am Willy-Brandt-Platz. Jede*r ist herzlich eingeladen die Demonstration zu unterstützen.