GRÜNE fordern Solidarität und gerechte Gesundheitschancen am Welt-AIDS-Tag

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 30.11.21

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am Mittwoch, den 1. Dezember, rufen die GRÜNEN im Römer die Bürger*innen wie jedes Jahr zu Solidarität und Unterstützung von HIV-Infizierten und AIDS-Erkrankten sowie zur Vermeidung von Ansteckungsrisiken auf.

"Es gibt gute Nachrichten: Menschen können heute mit einer HIV-Infektion fast so gut leben wie ohne. Seit das HI-Virus 1981 entdeckt wurde sind beeindruckende medizinische Fortschritte erzielt worden. Auch hat sich das gesellschaftliche Klima gegenüber Infizierten deutlich verbessert und wurden Hilfsangebote ausgebaut. Frankfurt und insbesondere die hiesige AIDS-Hilfe waren dabei von Anbeginn deutschlandweit führend. So war es die AIDS-Hilfe, die begann, das Angebot "Spritzentausch" aufzubauen indem sie drogenabhängigen Menschen den Tausch von benutztem zu sauberem Spritzbesteck ermöglichte, obwohl es zum damaligen Zeitpunkt verboten war. So konnte die Infektionsgefahr mit dem HI-Virus verringert werden, da dem "needle sharing", also dem gemeinsamen Benutzen von nur einem Spritzbesteck, entgegengewirkt wurde. Und es war die AIDS-Hilfe, die einen eigenen Pflegedienst aufbaute, als andere hierzu noch nicht in der Lage waren. Die AIDS-Hilfe Frankfurt engagiert sich seit weit über dreißig Jahren ebenso beharrlich wie fachkundig und umfassend für die Belange der mit HIV Infizierten und an AIDS Erkrankten. "Dafür danken wir allen, die hier aktiv waren und sind, ausdrücklich", so Dr. Christoph Rosenbaum, gesundheitspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer.

Rosenbaum weiter: "In Frankfurt sind wir gut aufgestellt bei der Unterstützung von Infizierten und Erkrankten und der im Kampf gegen AIDS enorm wichtigen Präventionsarbeit. Als Koalition wollen wir das Modellprojekt zur Prävention und Behandlung von Geschlechtskrankheiten 'Checkpoint Frankfurt' dauerhaft etablieren und bedarfsdeckend ausbauen. Ohne Angst vor einer Stigmatisierung haben zu müssen, und auch ohne Krankenversicherungskarte, erhalten hier alle niedrigschwelligen Zugang zu Informationen, Beratung sowie Behandlung."

Der diesjährige Welt-AIDS-Tag steht im Zeichen der weiterhin anhaltenden Corona-Pandemie unter dem Motto "Ungleichheiten beenden. AIDS beenden. Pandemien beenden."

Hierzu erklärt Rosenbaum: "Der Ausbruch von AIDS lässt sich bei rechtzeitiger Behandlung verhindern. Außerdem ist das HI-Virus unter Therapie nicht mehr übertragbar. Es gibt also die Möglichkeit die AIDS-Epidemie zu beenden, doch es haben bei weitem noch nicht alle Zugang zu Therapie und Medikamenten. Solidarität sollte das Gebot sein, ob bei Corona oder AIDS, denn beides lässt sich nur global bekämpfen. Gesundheitschancen müssen gerecht verteilt sein!"

"Doch obwohl eine HIV-Infektion bei rechtzeitiger Behandlung keine Beeinträchtigung mehr darstellen muss, ist auch im Jahre 2021 die Diskriminierung und Stigmatisierung von Betroffenen noch nicht beendet und macht diesen das Leben oft unnötig schwer. Deswegen muss weiter offen über das Tabu-Thema HIV, die Risiken einer Infektion sowie den Umgang mit HIV und AIDS gesprochen werden. Wir dürfen weder die mit HIV Infizierten und an AIDS Erkrankten alleine, noch die Menschen uninformiert darüber lassen, worin die Gefährdungen bestehen und wie sie vermieden werden können. Eine selbstbestimmte Sexualität ist ein Menschenrecht: hierfür treten insbesondere wir GRÜNEN ein. Sie bedeutet aber ebenso Verantwortung. Deshalb muss das Thema präsent bleiben - jedes Jahr am Welt-AIDS-Tag und auch Tag für Tag in unseren Köpfen", so Rosenbaum abschließend.

Hinweis: Am 01.12.21 um 18:00 Uhr findet in der Katharinenkirche eine Vortragsreihe zum Thema "Identität" statt. Dort werden unter anderem Jessica Purkhardt (Vorstand AHF) und Alexander Hahne (Bodyworker) über das soziale und biologische Geschlecht sprechen. Felix Martin (HIV-positiver Landtagsabgeordneter) wird über seine eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung sprechen. Virologe Martin Stürmer beleuchtet die medizinische Entwicklung und Erfahrung beim Thema HIV, während Stephanie Klee (feministische Sexarbeiterin) über Prostitution sprechen wird. Start ist um 18:00 Uhr in der Kirche oder online im Livestrem (bit.ly/book-ahf.).