„Nicht schweigen“

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 13. Juli 2021

Die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano ist am Morgen des 10. Juli verstorben. Die GRÜNEN im Römer trauern um diese engagierte Zeitzeugin und Kämpferin für Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit. "Esther Bejarano wurde als junge Frau in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo ihr der Platz als Akkordeonspielerin im Mädchenorchester des Lagers das Leben rettete. Sie war eine Mahnerin gegen Antisemitismus und engagierte sich jahrelang gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Ihre Botschaften müssen unbedingt weitergetragen werden", erklärt Sylvia Momsen, zuständige Stadtverordnete für den Kulturausschuss.

"Esther Bejarano hat ihr Leben dem Kampf gegen das Vergessen gewidmet. Als Zeitzeugin hat sie immer wieder Schulen besucht und Schüler*innen von der Zeit im Nationalsozialismus erzählt. Mit ihrer Arbeit hat sie die jungen Menschen in das Miteinander der Verständigung eingebunden. Auf die Frage von Schüler*innen, was sie selbst tun können, habe sie geantwortet: ,Nicht schweigen'. Dies müssen und wollen wir fortführen", unterstreicht Momsen.

"Die Zeitzeugin und Künstlerin Esther Bejarano war eine wichtige Stimme für das Erinnern und gegen das Vergessen, eine mutige Persönlichkeit und ein Vorbild. Sie hat sich mit aller Kraft gegen den 'alten neuen Rechtsextremismus' eingesetzt und dies auch von der Gesellschaft eingefordert. Sie hinterlässt eine große Lücke. Das, was wir von Zeitzeug*innen wie ihr vermittelt bekommen haben und durch ihre Persönlichkeiten wahrnehmen durften, müssen wir als Nachfolgegeneration an junge Menschen weitertragen", so Momsen abschließend.