Sexismusfreie Partei - Sexismusfreie Gesellschaft

Die GRÜNEN sind unter anderem auch aus der Frauenbewegung hervorgegangen - wir begreifen die Gleichberechtigung und die Diskriminierungsfreiheit seit jeher als Kernwerte GRÜNER Politik. Mit der Frauenquote haben wir GRÜNE ein erfolgreiches Instrument der Förderung von Frauen in politischer Verantwortung, das uns inzwischen viele Parteien, Verbände und auch Akteure in der Wirtschaft nach machen.

Wir bleiben aber bei der Frauenquote nicht stehen. In unserem Frauenstatut, das es auf Bundesebene, auf Landesebene und auch für den Frankfurter Kreisverband gibt, haben wir uns selbst auch weitere Regeln gegeben, die uns helfen sollen, eine gleichberechtigte Partei zu sein.

In unserem Frankfurter Frauenstatut heißt es unter anderem:

"Die Frauen-  und Lesben-Bewegung seit 1968 hatte in Frankfurt eine ihrer bundesweiten Hochburgen und hat in Frankfurt eine langjährige Tradition. Noch heute kommen viele richtungweisende feministische Impulse aus Frankfurt am Main. Grüne Dezernentinnen prägen seit Jahren Magistratspolitik. Nicht zuletzt durch die langjährige Regierungsbeteiligung der Grünen ist Frankfurt bundesweit führend bei der Förderung von Frauenprojekten, beim Aufzeigen bestehender Ungleichheit zwischen Frauen und Männern und beim Entwickeln neuer feministischer Ansätze. Das von einer grünen Dezernentin eingeführte Frauenreferat unterstützt Frauen und Mädchen aus allen gesellschaftlichen Bereichen.
Wir ruhen uns auf diesen Erfolgen nicht aus, sondern sehen es als unsere Aufgabe, weiterhin bestehende patriarchale Strukturen zu erkennen, aufzudecken und mit bereits praktizierten und neuen Instrumenten zu beseitigen. Dieser Anspruch ist für uns politischer Auftrag in die Stadtgesellschaft, das Stadtparlament und die Ortsbeiräte. Genauso gilt dieser Anspruch für unsere innerparteilichen Strukturen. Dies bedeutet für die innerparteilichen Arbeitsstrukturen, dass die bisherigen Instrumente zur Förderung von Frauen, wie die paritätische Besetzung von Gremien, beibehalten werden, jedoch kontinuierlich auf ihre Wirkung überprüft und nötigenfalls weiterentwickelt werden.
Das Frauenstatut benennt verbindliche Grundsätze und Maßnahmen, die den benachteiligenden Strukturen entgegenwirken und die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Partei stärken. Wesentliche Elemente darin sind die Schaffung paritätischer Bedingungen und des selbstverständlichen Machtgleichgewichts von Frauen und Männern nach innen und außen.
Wir GRÜNE wissen, dass sich eine Veränderung durch das bloße Hoffen aufgrund guter Vorsätze allein nicht erreichen lässt und auch bereits Errungenes wachsam verteidigt werden muss. Veränderungen müssen auf vielen Ebenen ansetzen und von allen, von Frauen und insbesondere auch Männern, verinnerlicht und gelebt werden. Unsere frauenpolitische Haltung ist antirassistisch, emanzipatorisch und intersektional. Genauso ist Vielfalt für uns selbstverständlich. Wir beziehen unter 'Frauen' in Bezug auf das Frauenstatut alle Menschen ein, die ihre geschlechtliche Identität als weiblich definieren. Um die ungleiche Verteilung von Macht und Benachteiligungen aufzuzeigen, sind noch Geschlechterrollenzuschreibungen notwendig. Gleichzeitig wollen wir die Geschlechterstereotype, also 'typisch weiblich' und 'typisch männlich', und genauso die Konzentration auf die geschlechtliche Polarität unserer Gesellschaft überwinden. Wir nutzen Stereotype also bewusst, um Ungleichheiten abzubauen; haben das langfristige Ziel, das Überflüssig-Machen jeglicher Stereotype aber stets im Blick.

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Unser Ziel ist eine sexismusfreie Gesellschaft und eine sexismusfreie Partei. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Frankfurt wollen, um dieses Ziel zu erreichen, sensibel sein für alle Formen von Sexismus und sexistische Tendenzen an der Wurzel bekämpfen. Hierfür wählt der Kreisvorstand eine und einen Sexismusbeauftragte*n, die und der für Parteimitglieder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei sexistischen Sprüchen, sexueller Belästigung und allen Fragen zu sexistischen Tendenzen zur Verfügung stehen und gemeinsam mit dem Kreisvorstand Instrumente zur Bekämpfung von Sexismus entwickeln. Die und der Sexismusbeauftragte*n werden vom Kreisvorstand für die Dauer der Amtszeit des Kreisvorstandes berufen, sie können dem Kreisvorstand angehören."

Der Kreisvorstand hat mit Wirkung vom 1.1.2019 für die laufende Amtszeit Bärbel Spiegel und Wendel Burkhardt zu Sexismusbeauftragten ernannt. Sie sind unter baerbelspiegel@aol.com bzw. wendelburkhardt@t-online.de zu erreichen und stehen bei Bedarf zur Verfügung.