Der Białowieża-Urwald in Polen darf nicht zerstört werden

Der Białowieża-Urwald (Belowesche Heide) ist ein 150.000 Hektar großes Naturschutzgebiet auf beiden Seiten der polnisch-weißrussischen Grenze. Der Wald gilt als eines der letzten verbliebenen Urwaldgebiete in Europa. Der Białowieża- Urwald ist Unesco-Weltnaturerbestätte und als Biosphärenreservat deklariert. Die EU hat das Gebiet in Polen als sogenanntes Natura-2000-Naturschutzgebiet ausgewiesen, also ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten, das dem Zweck dient, einen länderübergreifenden Schutz für gefährdete wildlebende Pflanzen und Tiere und ihrer Lebensräume zu gewährleisten.

Die nationalkonservative polnische Regierung hatte im März 2016 beschlossen, eine Verdreifachung der bisher zugestandenen Abholzung zu erlauben, auch gerade in Gebieten, die bisher vor Eingriffen jeglicher Art geschützt waren. Begründet wurde dies mit der Bekämpfung des Borkenkäfers und der Vorbeugung vor Waldbränden.

Nach europaweiten Protesten und nach Klage der EU-Kommission hatte der EuGH am 20. Juli 2017 per einstweiliger Verfügung angeordnet, die Fällarbeiten zu stoppen. Polens Umweltminister Jan Szyszko hatte umgehend angekündigt, dass die polnische Regierung in dem Biosphärenreservat weiter Bäume fällen lassen wird, und hatte gefordert, den Wald von der Unesco-Liste zu streichen.

Über die tatsächlichen Gründe für die groß angelegte Abholung und Schädigung dieses Naturreservats kann nur spekuliert werden.

Wir Grüne rufen alle Beteiligen dazu auf, einzigartige Ökosysteme von europaweiter Bedeutung weder kurzfristigen finanziellen Interessen noch politischen Machtspielen zu unterwerfen und deren unumkehrbare Beeinträchtigung und Schädigung sofort einzustellen.

Wir Grüne rufen weiterhin alle Produzenten und Konsumenten dazu auf, solange die polnische Regierung die illegale Abholzung nicht dauerhaft beendet, auf den Kauf von Holz oder Holzprodukten zu verzichten, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass darin Holz aus dem Białowieża-Urwald enthalten ist.