Seebrücke Frankfurt - Frankfurt soll eine sichere Hafenstadt werden

Auch im Sommer 2018 sterben weiter Menschen auf dem Mittelmeer. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind nach Schätzungen des UNHCR über 1.500 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Trotzdem müssen die Rettungsboote in den Häfen liegen bleiben, weil Seenotretter*innen zu Verbrecher*innen erklärt werden, wie das Rettungsschiff „Lifeline“ gezeigt hat. Und für die Geflüchteten, die es über das Mittelmeer schaffen, sollen in Deutschland Lager errichtet werden. Mit dem CSU-Innenminister Seehofer (und weiteren Politiker*innen wie Salvini und Kurz) verschärft sich die öffentliche Debatte über Migration immer weiter nach Rechts und es zeigt sich eine gefährliche Tendenz zur Endsolidarisierung.

Doch es gibt auch positive Nachrichten durch Engagement der Zivilgesellschaft. Bundesweit gehen seit ein paar Wochen Zehntausende auf die Straße und bekennen Farbe. Die Bewegung Seebrücke zeigt grenzenlose Solidarität mit den Geflüchteten und der Seenotrettung und trägt dafür symbolisch Orange als Farbe der Rettungswesten.

Auch in Frankfurt haben sich schon hunderte Bürger*innen an Aktionen der Seebrücke beteiligt und die Bewegung wächst. Beim nationalen Orange Day wurde letzte Woche mitten in Frankfurt auf der Zeil demonstriert, wie auf dem Mittelmeer auch unsere Werte sterben. Außerdem hat die Bewegung auf dem Römerberg der Stadt Frankfurt die Forderungen für eine „Solidarity City“ überreicht. Seebrücke Frankfurt fordert, dass Frankfurt sich wie schon andere deutsche Städte wie Köln, Bonn und Düsseldorf zum sicheren Hafen für geflüchtete Menschen erklärt und freiwillig Menschen von den Rettungsboten aufnimmt.

Frankfurt hat längst bewiesen, dass es eine Stadt ist, in der Geflüchteten geholfen wird. Die Menschen in Frankfurt haben vieles bewegt. Auch die Kommune hat bereits einiges geleistet. Wir sind stolz darauf, dass auch Menschen ohne Aufenthaltsstatus in Frankfurt Zugang zu gesundheitlicher Versorgung haben. Wir sind stolz auf die Integrationsleistungen, die unsere Stadt und ihre Bürger*innen erbringen. Wir wissen, dass die Menschen auf der Flucht dieser Hilfe bedürfen, und dass sie sich eine Zukunft bei uns aufbauen wollen. Und wir sind bereit, die Anstrengungen zu intensivieren, um unsere Werte und Menschenleben gleichermaßen zu retten.

Wir GRÜNE stehen für die solidarische Seite Europas und setzen dumpfer Hetze Menschlichkeit entgegen. Wir wollen nicht zulassen, dass weiter Menschen im Mittelmeer sterben. Es ist an der Zeit Gesicht und Haltung zu zeigen. Deswegen schließt sich der KV Frankfurt der Bewegung Seebrücke Frankfurt an und unterstützt deren Forderungen: Frankfurt soll eine sichere „Hafenstadt“ werden!