Solidarisch für Freiräume in Kultur und politischer Bildung

Die Kreismitgliederversammlung beschließt, dass der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen Frankfurt sich weiter uneingeschränkt zur - per aktuellem Koalitionsvertrag verbindlich verbrieften - freien Existenz der autonomen Zentren „AU“, „Exzess“ und „Klapperfeld“ bekennt und wird stets Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kulturtreibenden und Bewohner*innen der Zentren nehmen. Eine Relativierung dieser Haltung durch die kommende Stadtregierung wird es mit uns nicht geben.

Begründung:

Die Tradition der schützenden Hand über die Frankfurter Freiräume ist bei Bündnis 90/Die Grünen Frankfurt so groß wie all die anderen Geschichten, in denen unser Kreisverband Parteiengeschichte geschrieben hat (Bedeutung für die Bundesebene, erste schwarz-grüne Koaliton oder der Frankfurter Weg in der Drogenpolitik). Stets waren wir mit allen Strömungen Vorkämpferin für geduldete Freiräume in Frankfurt.
Die „AU“ ist eines der überregional wichtigsten Kulturzentren. Viele Bands und Künstler*innen, vor allem aus dem Vereinigten Königreich machen dort einmalig in Deutschland halt. Das AU-Fest ist für viele junge Frankfurter*innen ein jährliches Highlight, was wir hoffentlich bald in der Post-Corona-Zeit wieder erleben dürfen. Auch im sozialen Engagement war die „AU“ stets ein Vorbild, z.B. im Rahmen des Sommers der Migration 2015 und dem vorbildlichen Einsatz für Geflüchtete.

Das „Exzess“ ist eine wichtige Institution für politische Bildung, gerade für junge Frankfurter Studierende, durch seine vielfältigen Informationsveranstaltungen, aber auch als ein Freiraum für politische Partizipation. Gleichermaßen ist die politische Toleranz in den autonomen Zentren extrem groß, denn das Austauschen verschiedener politischer Meinungen wird dort groß geschrieben. Anarchist*innen finden dort gleichermaßen Gehör wie Linke, Liberale oder wir Grüne, z.B. montags am Kneipenabend.

Die Funktion von autonomen Zentren in Form der Alternativkultur & Subkultur, sowie im Bereich der politischen Partizipation wird in der Post-Corona-Zeit umso bedeutender werden, denn diese Räume waren aufgrund des Infektionsschutzes in den letzten Jahren leider nicht zu nutzen. Darum lasst uns wie all die Jahre bisher unsere schützende Hand über sie legen.