Frankfurt kann helfen!

„Die aktuelle Lage der Menschen sowohl an der türkisch-griechischen Grenze wie auch in den Lagern auf den griechischen Inseln widerspricht in eklatanter Weise den europäischen Werten und den Menschenrechten. Das gilt insbesondere für die Lage der vielen unbegleiteten Kinder - Kinder, deren Eltern auf der Flucht gestorben sind und die nun vollkommen auf sich gestellt in der Lagern hungern, ohne jeglichen Schutz Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt sind, medizinisch schlecht oder gar nicht versorgt werden und oft täglich ums schiere Überleben kämpfen müssen. Hier kann es kein weiteres Zögern geben: Die EU muss helfen, und Deutschland muss in Vorleistung gehen, um die Blockade zu lösen. Frankfurt kann und muss hier auch seinen Beitrag leisten“, so die Vorstandssprecher*innen der Frankfurter GRÜNEN, Beatrix Baumann und Bastian Bergerhoff.

„Wir GRÜNE setzen uns insgesamt dafür ein, dass Frankfurt sich gemeinsam mit vielen anderen deutschen Städten zum ‚sicheren Hafen‘ erklärt und dass die Aufnahme von Geflüchteten durch aufnahmebereite Kommunen unbürokratisch möglich gemacht wird. Die Diskussion darüber läuft weiter. Aktuell ist aber Eile geboten. Viele deutsche Städte haben die Bereitschaft signalisiert, Menschen aus den Lagern in Griechenland aufzunehmen. Der Bundesinnenminister hat erklärt, dass Deutschland sich in der Pflicht sieht, zu helfen. Nun müssen Taten folgen. Frankfurt hat 2015 viel geleistet, viele ehrenamtlich engagierte Menschen haben beigetragen. Auch wenn wir in der Tat nach wie vor Schwierigkeiten haben, den zu uns geflüchteten Menschen Wohnraum außerhalb der Aufnahmeeinrichtungen zu organisieren: Die Geflüchteten leiden erheblich unter den elenden Bedingungen in vollkommen überfüllten Lagern und brauchen dringend medizinische Versorgung, humanitäre Hilfen und eine Perspektive. Griechenland ist mit dieser Aufgabe inzwischen überfordert, es wird von den anderen EU-Staaten damit allein gelassen - und die Bewohner*innen der griechischen Inseln sind angesichts dieser Situation und der seit mehreren Jahren andauernden Not mit ihrer Geduld und Hilfsbereitschaft am Ende. Frankfurt kann und muss hier seinen Teil beitragen und kurzfristig zusätzliche Kapazitäten anbieten. Und die große Koalition in Berlin muss die Blockade beenden, mit der sie unter anderem in dieser Woche den Antrag der GRÜNEN auf Hilfe für 5000 besonders schutzbedürftige Menschen abgelehnt hat“, so Baumann und Bergerhoff abschließend.