Equal Care Day am 1. März 2021: Grüne wollen Haus- und Care-Arbeit aufwerten und gerecht verteilen

Den Equal Care Day nehmen die Grünen zum Anlass, auf die unsichtbaren Haus- und Sorgearbeiten von Frauen aufmerksam zu machen. „Wir fordern eine Aufwertung der unbezahlten Haushalts- und Care-Arbeit und wollen sie in Wirtschafts- und Wertschöpfungsdarstellungen transparent machen. Und wir wollen die bedarfsgerechte Kinderbetreuung in Frankfurt ausbauen. Sie ist unabdingbar auf dem Weg zur Gleichstellung. Es werden mehr und qualitativ bessere Plätze, mehr Erzieher*innen und eine bessere Informationspolitik benötigt.“ erklärt Martina Feldmayer, Spitzenkandidatin der Frankfurter GRÜNEN bei der Kommunalwahl.

„Putzen, waschen, kochen – Was davon macht Jochen?“ titelte schon der Deutsche Frauenrat eine Kampagne. Auch in Frankfurt leisten Frauen durchschnittlich täglich 90 Minuten pro Tag mehr unbezahlte Haus- und Sorgearbeit als Männer. Bei Paaren mit Kleinkindern sind es teilweise sogar bis zu 150 Minuten. Und in der Corona-Krise ist der Anteil der Frauen an Haus- und Care-Arbeit noch einmal größer geworden. „Wir müssen endlich diese systemrelevanten Arbeiten sichtbar machen und es Frauen ermöglichen, eine echte Wahlfreiheit der Lebensmodelle zu haben. Sie sollen am Erwerbsleben teilnehmen können und eine Familie gründen können. Gleichzeitig müssen wir erreichen, dass auch Männer mehr Care-Arbeit übernehmen“, drängt Martina Feldmayer. „Dazu müssen die Darstellungsweisen von Wirtschaftsleistungen und Wertschöpfung geschlechtergerecht gestaltet und um neue Kennzahlen, regelmäßige Statistiken und Analysen erweitern werden.“

„Die derzeitige ungleiche Aufteilung der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit kann dramatische Folgen für Frauen haben. Durch die Mehrbelastung haben sie weniger Zeit für die Erwerbsarbeit. Sie arbeiten öfter in Teilzeit oder auf Minijob-Basis. Dadurch generieren sie weniger Rentenansprüche und haben im Alter durchschnittlich 53 % weniger Renteneinkünfte als Männer – die Altersarmut ist also vorprogrammiert.“ ergänzt Beatrix Baumann, Stadtverordnete und Sprecherin der GRÜNEN Frankfurt. Baumann weiter: „Die derzeitige Situation hat viele Gründe und fängt bereits im Kinderzimmer an. Mädchen bekommen Puppen, eine Spielküche oder rosafarbene Haushaltsgeräte. Damit werden schon im jungen Alter die Grundzüge für die angeblich natürlichen Aufgaben der Frauen gelegt. Im Erwachsenalter sind es dann mehrheitlich die Frauen, die bei der Erwerbsarbeit zugunsten der Kinderbetreuung und des Kümmerns um Eltern und Schwiegereltern kürzertreten.“ Martina Feldmayer abschließend: „Dabei sind diese Arbeiten essentiell für das Funktionieren der Gesellschaft. Das Umsorgen der Kinder und älterer Angehöriger, das Abholen und Bringen zum Sportverein, die Unterstützung bei den Hausaufgaben, das Einkaufen sowie das Zubereiten von Speisen, das Aufräumen sowie das Pflegen der Wäsche – ohne all das geht es nicht. Diese Tätigkeiten müssen deshalb endlich aufgewertet und gerecht verteilt werden.“

Der Equal Care Day findet deutschlandweit am 29.02. statt. Der Schalttag soll aufzuzeigen, dass Care-Arbeit oft unsichtbar ist und übersehen wird. In allen anderen Jahren findet er am 1.3. statt. Die bundesweite Initiative „Equal Care“ fordert eine faire Bezahlung der professionellen Pflege und der haushaltsnahen Arbeiten, eine gerechte Verteilung der privaten Care-Arbeit sowie den Abbau struktureller Diskriminierung.