Frankfurter Grüne unterstützen Wahlkampf in Partnerstadt Lyon, Frankreich

Eine Delegation Grüner aus Frankfurt reiste am Wochenende in die Partnerstadt Lyon, um ihre Schwesterpartei und speziell den grünen Präsidentschaftskandidaten Yannick Jadot von EÉLV im Wahlkampf zu unterstützen. Am kommenden Sonntag wählen die Franzosen einen neuen Präsidenten. Mit Yannick Jadot schicken die französischen GRÜNEN einen eigenen Kandidaten ins Rennen, um die spezifisch grünen Akzente sichtbar zu machen: entschiedener Kampf gegen den Klimawandel und die föderale Weiterentwicklung der europäischen Union.

Unter den Mitreisenden waren Frankfurts Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff, Kreisvorstandsmitglied Burkhard Schwetje, Kreisvorstandsmitglied und Mitglied der Römerfraktion Friederike von Franqué und Mitglied der Kommunalen Ausländervertretung Florian Chiron.

"Wir unterstreichen mit unserem Besuch, dass uns die europäische Perspektive sehr wichtig ist, denn der Klimawandel hört nicht an Landesgrenzen auf. Auch die Frage der Energieunabhängigkeit und die Stärkung der Demokratien angesichts der äußeren Bedrohungen werden wir nur auf europäischer Ebene lösen können", erklärte Burkhard Schwetje vom Kreisvorstand Frankfurt, der die Reise maßgeblich organisiert hatte. Bastian Bergerhoff berichtete am Freitag auf einer gemeinsamen Podiumsveranstaltung mit EÉLV-Vertreter*innen auf nationaler, regionaler und Stadtebene (dem Abgeordneten der französischen Nationalversammlung, Hubert Julien-Laferrière, der Vizepräsidentin der Metropolregion Émelie Baume, dem Mitglied des Magistrats Lyon Valentin Lungenstrass) unter anderem: "Frankfurt ist für viele Geflüchtete aus der Ukraine erste Ansprechstelle. So haben wir in Frankfurt inzwischen über 38.000 Geflüchtete aus der Ukraine begrüßt, die zum Teil weiterreisen, teils in Frankfurt Aufnahme gefunden haben. Dieser Krieg zeigt, wie wichtig Solidarität, aber auch zum Beispiel alternative saubere Energiequellen sind - Atomenergie gehört für uns nicht dazu."

Die Beteiligten schätzten auch den intensiven Austausch zu kommunalpolitischen Maßnahmen, etwa, um Verkehr zeitgemäß zu gestalten und CO2-Emissionen zu reduzieren. Friederike von Franqué, Mitglied im Kreisvorstand und Sprecherin für Smart City im Mobilitätsausschuss der Römerfraktion, sprach lange mit dem grünen Verkehrsdezernenten der französischen Partnerstadt: "Lyon hat ähnliche Mobilitätsthemen wie Frankfurt und ähnliche Lösungsansätze. Wir können einiges lernen von den lokalen Erfahrungen und werden den fachlichen Austausch sicher weiter vertiefen", kündigte sie an. Darüber hinaus entdeckten deutsche und französische Grüne ihre Gemeinsamkeiten in der Wohnungspolitik. Auch in Lyon steht der grüne Magistrat vor der Herausforderung, besonders für Menschen mittleren und niedrigen Einkommens in einer wachsenden Stadt mehr und besseren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Wegen des älteren Wohnungsbestandes spielen moderne Dämmung und die Unterstützung der Energiewende durch geringeren Heizungsbedarf in Lyon allerdings eine größere Rolle als in Frankfurt.

Am Samstag verstärkten die deutschen Delegationsmitglieder ihre französischen Kolleg*innen beim Verteilen von Flyern und bei einem Spiel über den Klimawandel, das Bürger*innen anschaulich Gründe und Effekte des Klimawandels deutlich macht. Ein eigens organisierter Besuch im prächtigen Lyoner Rathaus rundete das Programm ab.

Sowohl die deutschen als auch die französischen Partner*innen waren sich einig, dass die Reise ein voller Erfolg war: "Die europäischen Gemeinsamkeiten auch auf lokaler Ebene zu stärken und die politische Situation der Freund*innen im Nachbarland aus eigener Anschauung zu kennen, ist wichtig - auch, um grüne Politik auf europäischer Ebene zum Erfolg zu verhelfen."