Letzte Ausschusssitzungen von Beatrix Baumann, David Edelmann und Julia Roshan Moniri
Die Wahlperiode neigt sich dem Ende. Mehrere GRÜNE Stadtverordnete werden sich in der nächsten Wahlperiode bewusst neuen Themen und Herausforderungen stellen und nicht mehr kandidieren. Die Fraktion der GRÜNEN im Römer bedankt sich sehr herzlich für deren großartiges ehrenamtliches Engagement.
Beatrix Baumann
Politik braucht Menschen, die nicht lockerlassen. Die sich nicht damit zufriedengeben, dass ein Thema auf der Tagesordnung steht – sondern dafür sorgen, dass am Ende auch etwas beschlossen, finanziert und umgesetzt wird. So ist Beatrix Baumann und sie ist, wofür Grüne Politik in Frankfurt steht: konsequent, fachkundig, mit langem Atem.
Sieben Jahre hat sie für den freien Zugang zur Schwangerschaftskonfliktberatung gekämpft – das Ergebnis war ein Bundesgesetz gegen Gehsteigbelästigungen. Das Kinder- und Jugendparlament hat sie von der ersten Idee bis zum Beschluss vorangetrieben. Für den Frankfurter Weg in der Drogenpolitik hat sie gestritten und Finanzierung erkämpft – für Crackrauchplätze, für das Suchthilfezentrum, für Drugchecking. Mehr als 50 Etatanträge zum Schutz von Frauen vor Gewalt, 37 neue Plätze in Frankfurter Frauenhäusern, Therapieangebote für Gewalttäter, Empowermentkurse für Mädchen und Frauen. Sie hat die Lebenssituation von Sexarbeiterinnen politisch sichtbar gemacht, Ausstiegswohnungen für Prostituierte auf den Weg gebracht, Beratungsangebote für queere Menschen gesichert und sich für lesbische Mütter eingesetzt, denen das Sorgerecht entzogen wurde. Und sie hat dafür gesorgt, dass obdachlose Menschen im Bahnhofsviertel nicht aus dem Blick geraten.
Sie schaut hin, wo es unbequem wird. Sie bleibt dran, wenn andere längst weitergezogen sind. Und sie treibt Prozesse voran, bis sie abgeschlossen sind – nicht bis sie gut aussehen.
Frankfurt ist dadurch ein Stück gerechter geworden. Das ist keine Kleinigkeit. Und es ist genau das, wofür wir als Grüne angetreten sind.
David Edelmann
Wir danken unserem klimapolitischen Sprecher und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden David Edelmann aufs Herzlichste für seine wertvolle Arbeit und sein herausragendes Engagement für Klimaschutz, Klimaanpassung, Stadtbegrünung und Artenschutz. Durch das von ihm konzipierte große Klimaschutzpaket mit 19 Grundsatzbeschlüssen konnten die zentralen Weichen für ein „Klimaneutrales Frankfurt 2035“ gestellt werden. Unter seiner großartigen Verhandlungsführung gelang es der Römerkoalition und dem Klimaentscheid in mehrmonatigen Verhandlungen eine umfassende Einigung zu erzielen: der 13-seitige Beschluss „Klimastadt Frankfurt: Gemeinsam für ein klimaneutrales und lebenswertes Frankfurt“.
Durch seine Initiative, seine inhaltlich extrem fundierte Herangehensweise und seine große Bereitschaft zum Dialog, hat er auch maßgeblich dazu beigetragen, den Ausbau der erneuerbaren Energien in unserer Stadt voranzubringen und die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen konkret zu senken. So ist es dank Edelmanns unermüdlichem Engagement gelungen, die installierte Photovoltaik-Leistung in der Stadt seit Beginn der „Solaroffensive“ 2022 zu verdoppeln. Die ebenfalls von ihm initiierte „Sanierungsoffensive“ trägt dazu bei, dass die energetische Sanierung der stadteigenen Gebäude und der privaten Wohn- und Nichtwohngebäude stark beschleunigt werden kann. Das von ihm konzipierte „10.000 neue Stadtbäume bis 2030“-Programm wird die Stadt deutlich grüner und lebenswerter machen.
Edelmanns freundliche, wertschätzende und auf die Berücksichtigung verschiedener Interessen ausgerichtete Art kann nicht oft genug betont werden. So war er immer darauf bedacht, politische Entscheidungen mit einer größtmöglichen parteiübergreifenden Mehrheit zu treffen. Ebenso wichtig war ihm der enge Austausch mit den verschiedenen gesellschaftlichen Akteur*innen. Nur beispielhaft sei hier seine alljährliche Teilnahme an den erfolgreichen Auswilderungen von Feldhamstern im Frankfurter Stadtgebiet genannt. Eine seiner weiteren zahlreichen Herzensangelegenheiten war der Schutz der Streuobstwiesen und der Erhalt der Frankfurter Spezialitäten wie zum Beispiel Apfelwein oder Grüne Soße.
Nun hoffen wir, dass sich zukünftige Generationen an Stadtverordneten durch ihn inspiriert fühlen, ebenfalls viele und mutige politische Schritte in Richtung einer klimafreundlichen und nachhaltigen Stadtentwicklung zu gehen.
Julia Roshan Moniri
Wir danken Julia Roshan Moniri herzlich für ihre engagierte Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung. Sie vertrat die Fraktion in den Ausschüssen Haupt und Finanzen sowie Planen, Wohnen und Städtebau.
Im Ausschuss für Planen, Wohnen und Städtebau übernahm sie den Vorsitz. Mit großem Sachverstand und ruhiger Hand hat sie einen der Ausschüsse mit den umfangreichsten Tagesordnungen des Römers geleitet, der für seine langen und kontroversen Debatten bekannt ist. Sie organisierte Projektbesuche des Ausschusses vor Ort sowie Projektvorstellungen in den Sitzungen und schaffte dadurch nicht nur Transparenz und Öffentlichkeit für aktuelle Themen, sondern machte Stadtplanung auch für viele erlebbar. Außerdem hatte sie stets ein offenes Ohr für die zahlreichen interessierten Bürger*innen, die sich in Planungsdebatten einbrachten.
Als Gallus-Bewohnerin brachte Roshan Moniri wertvolle Ortskenntnis in die Stadtentwicklung ein und behielt bei allen Projekten den ökologischen, sozialen aber auch ökonomischen Mehrwert für Frankfurt im Blick. Beim Hochhausrahmenplan wog sie in internen Überlegungen sorgsam neue Standorte und ihre Potenziale sowie Herausforderungen ab und stellte so wichtige Weichen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. In zahlreichen Wettbewerbsverfahren vertrat sie die GRÜNEN und setzte Akzente für eine verantwortungsvolle Stadtplanung und für Hochhäuser mit Haltung.
Ihre Fähigkeit, zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln und dabei immer die Gesamtstadt im Blick zu behalten, war für die konstruktive Arbeit des Planungsausschusses von enormem Wert und wird parteiübergreifend sehr geschätzt. Wir werden Julia Roshan Moniri in der Fraktion sehr vermissen.
Julia Roshan Moniri vertrat die Fraktion der GRÜNEN im Römer außerdem bis zum Februar 2025 als finanzpolitische Sprecherin im Haupt- und Finanzausschuss. Dort waren ihre Schwerpunkte Fragen der Öko- und Sozialbilanzierung im Haushalt sowie die generelle Thematik der Nachhaltigkeitsberichterstattung im öffentlichen Sektor. Das seitens der Stadt erstmals der Haushalt 2024/2025 auf Basis des zero-based-budgetings aufgelegt wurde, wurde von ihr begleitet. Sie begleitete zudem die Entwicklungen des Finanzplatzes Frankfurt eng und pflegte den Austausch mit zentralen Akteur*innen aus der Finanzwirtschaft. Dadurch brachte sie finanzpolitische Perspektiven frühzeitig in den politischen Diskurs ein und stärkte die Schnittstelle zwischen Stadtpolitik und Finanzplatz.