Lasst uns den Rückwärtsgang bekämpfen!
Liebe Freund*innen,
es ist schon krass zu erleben, wie sich konservative und rechte Kräfte alle Mühe geben, den Lauf der Zeit aufzuhalten. Technischer Fortschritt bringt immer auch Veränderungen mit sich, die Gesellschaft entwickelt sich weiter und eigentlich könnte alles immer besser werden. Aber es sind nicht wenige, die versuchen, uns alle zurück in die Vergangenheit zu versetzen. Da wird auf Europaebene das für 2035 fest geplante Aus für die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren aufgeweicht, es wird gegen Wärmepumpen polemisiert, gegen Windenergie, gegen Photovoltaik. Die CDU-geführte Hessische Landesregierung spricht ein Genderverbot aus, die SPD macht brav mit, auf den Neujahrsempfängen 2026 des DGB, der IHK und auch der Stadt Frankfurt (organisiert von OB Mike Josef) sprechen nur Männer, nicht eine einzige Frau. Zurück in die Fünfziger, der Platz der Frau ist wieder in der Küche, in der Kirche, bei den Kindern? In einem Land, in dem nur noch Deutsche mit heller Hautfarbe leben, die ins Stadtbild bestimmter Menschen passen?
Ich habe nicht wirklich Angst, dass der Zeitsprung gelingen wird, das wird er ganz sicher nicht. Aber beim Versuch, diesen Zeitsprung zu erzwingen, wird viel kaputt gehen, das ist es, was mich beunruhigt.
Das E-Auto wird im Jahr 2035 so viel effizienter, billiger, besser sein als die Verbrenner, dass sich höchstens noch ein paar Nostalgiker Autos mit Verbrennungsmotor kaufen werden. In Norwegen sind die Neuzulassungen heute schon bei nahe 100% Elektromobilität. Das Problem ist aber, dass unsere Autoindustrie in Gefahr gerät, den Anschluss zu verlieren.
Deutschland war bis Mitte der 2010er Jahre weltweit führend in der Solarindustrie. Dann begann die CDU dagegen zu steuern, bremste die Photovoltaik mit absurden Gesetzen und Auflagen. Ergebnis war, dass innerhalb weniger Jahre unsere Solarindustrie komplett kaputt ging, China die Weltmarktführerschaft übernahm und bei uns 150.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Die Photovoltaik aber boomt weltweit.
Der Windanlagenbauer Nordex meldet gerade einen Großauftrag nach dem anderen, in Kanada, Frankreich, Belgien, Portugal und auch in Deutschland. Das sichert gut 120.000 Arbeitsplätze. Fragt mal Konservative oder Rechte, was sie von der Windkraft halten!
Die Batterietechnik entwickelt sich derzeit rasant. Batterien, eigentlich Akkumulatoren, werden immer billiger und effizienter. Nicht nur die „kleinen“ in den Autos, auch Großbatterien, die zur Stabilisierung der Stromnetze eingesetzt werden können, werden derzeit in gigantischem Ausmaß aufgebaut. Aber die CDU-Wirtschaftsministerin setzt vor allem auf die alte fossile Technik mit Gaskraftwerken zum Ausgleich der Schwankungen im Stromnetz.
Die Kernkraft hat seit den 1960igern ihre Chance gehabt und sie hat sich nicht durchsetzen können. Weltweit nutzen nur noch 31 von 195 Staaten die Kernenergie, die nur noch 10% des Stroms weltweit erzeugt. Aber die Konservativen wollen das tote Pferd neu satteln und glauben, dann darauf reiten zu können. Wie denn, wenn der Strom aus PV und Wind jetzt schon mindestens um den Faktor 4 billiger ist, als der Strom aus neuen Kernkraftwerken?
Wir bräuchten dringend Fachkräfte in Deutschland, aber die CDU schiebt, leider auch unterstützt von der SPD, Menschen ab, die hier Arbeit oder Ausbildung haben, die gut integriert sind. Holt Kinder aus den Schulen, um sie in fremde Länder abzuschieben. Von wegen, nur Straftäter, seht euch die vielen Petitionen an, mit denen Nachbar*innen, Freund*innen, Klassenkamerad*innen darum kämpfen, dass diese Menschen hier bleiben dürfen!
Statt vorne zu sein bei den Veränderungen der Welt, wird gebremst und auf Rückwärtsgang geschaltet.
Wo, wenn nicht in Frankfurt - einer progressiven und weltoffenen Metropole - kann es gelingen, diesen Rückwärtsgang zu bekämpfen?
Ich jedenfalls lasse mir das Gendern nicht verbieten, setze mich gegen Abschiebungen ein und unterstütze den Umstieg auf neue, umweltfreundliche Technologien.
Ich weiß, warum ich Wahlkampf machen werde.
Euer Thomas Schlimme
Beisitzer im Kreisvorstand