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Gedenken an die Reichsprogromnacht – Antisemitismus in Frankfurt

Mittwoch, 8.11.2023

Anlässlich des aufflammenden Antisemitismus in Frankfurt erklärt der
Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Römer, Dimitrios Bakakis:

„Die Zunahme von antisemitischen Straftaten in Frankfurt ist alarmierend und bereitet 
uns große Sorgen. Es wurde eine israelische Flagge am Römer heruntergerissen 
und beschmutzt und jüngst auch der jüdische Gedenkort an der Friedberger Anlage 
beschmiert. 

Dort stand bis zur Reichsprogromnacht am 9. November 1938 die größte Synagoge 
unserer Stadt. Sie wurde von den nationalsozialistischen Verbrechern 
niedergebrannt, während zahlreiche Schaulustige nichts dagegen unternahmen: Das 
war der Beginn der Shoah. 

Unser ganzes Mitgefühl gilt allen Jüdinnen und Juden in Frankfurt, die durch diese 
Straftaten retraumatisiert werden. Viele trauen sich aus Angst vor Übergriffen und 
Anfeindungen nicht, sich im öffentlichen Raum als Angehörige der jüdischen 
Gemeinde zu erkennen zu geben – auch in unserer Stadt. Das ist unerträglich! Der 
Schutz und die Förderung jüdischen Lebens ist zentrale Aufgabe der Stadt und der 
gesamten Gesellschaft. Insbesondere in diesen schwierigen Zeiten, die von Kriegen 
und Krisen geprägt sind. 

Wir haben dazu als Koalition gemeinsam mit der CDU einen Antrag vorgelegt, in 
dem wir unter anderem den Magistrat bitten, weiterhin intensiv mit der Jüdischen 
Gemeinde Frankfurt im Austausch zu bleiben und jüdische Einrichtungen und 
Synagogen dabei zu unterstützen, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu 
intensivieren, unsere Partnerstadt Tel Aviv-Yafo nach Möglichkeit zu unterstützen 
sowie die hiesigen Maßnahmen gegen Antisemitismus auszuweiten. Außerdem 
äußern wir die Erwartung, dass die Stadt keine Organisationen fördert oder mit 
solchen zusammenarbeitet, die das Existenzrecht Israels in Frage stellen. Der 
Schutz und die Sicherheit Israels sind deutsche Staatsräson, ohne Wenn und Aber!

Die aktuelle Gewalt gegen Jüdinnen und Juden wird teilweise als legitime Reaktion 
auf einen politischen Zustand dargestellt, in dem Israel als imperialistischer 
Eindringling im Nahen Osten dämonisiert wird. Dies ist grundfalsch und ein zutiefst 
antisemitisches Narrativ. Die terroristischen Angriffe der Hamas auf die israelische 
Zivilbevölkerung sind aufs Schärfste zu verurteilen. Wer das nicht tut, macht sich mit 
Terrorist*innen gemein.
Der gesellschaftliche Zusammenhalt steht jetzt auf dem Prüfstand und darf nicht 
noch weiter fragmentieren. Wir müssen wachsam sein und dürfen nicht in die Falle 
unberechtigter Schuldzuweisungen tappen. Anti-muslimischen Ressentiments muss 
genauso entschieden entgegengetreten werden wie antisemitischen.
Es liegt an uns als Stadtgesellschaft, diese Herausforderung zu bewältigen. Wir 
müssen dafür sorgen, dass die gesellschaftlichen Weichen ganz eindeutig auf NIE 
WIEDER gestellt bleiben."