FIO entlasten, Verfahren beschleunigen: GRÜNE fordern politischen Rückenwind, Personalplus und bundesweit erstes KI-Pilotprojekt
Der öffentliche Appell der zuständigen Ordnungsdezernentin Rinn und des FIO-Amtsleiters Norbert Euler zeigt, unter welchem Druck die Mitarbeitenden des Frankfurt Immigration Office (FIO) täglich arbeiten. Wer dort Verantwortung trägt, hält Frankfurt im Alltag funktionsfähig: für Studierende, Auszubildende, Fachkräfte, Unternehmen und für Menschen, die auf verlässliche Entscheidungen und Schutz angewiesen sind. Die Leistung des städtischen Personals verdient Anerkennung. Zugleich braucht es politische Konsequenzen, die über einen bloßen Hilferuf hinausgehen.
Emre Telyakar, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer und Kandidat (Listenplatz 4) für die Kommunalwahl 2026, erklärt: „Der Hilferuf ist berechtigt. Die Beschäftigten im FIO leisten tagtäglich den Spagat zwischen hoher Fallzahl, komplexem Recht und berechtigten Erwartungen der Antragstellenden. Wenn bundesweit über Ausländer- und Einwanderungsbehörden geschimpft wird, zeigt das: Wir haben ein strukturelles Problem und müssen Bürger*innen, Schutzsuchende und Unternehmen ernst nehmen. Frankfurt muss jetzt das Maximum an Modernisierung vor Ort umsetzen und Bund und Land konsequent in die Pflicht nehmen. Frankfurt könnte Standort für ein großangelegtes Pilotprojekt werden, von dem andere Behörden in Hessen lernen könnten.“
Die GRÜNEN Frankfurt wollen das FIO unter einem Dach gemeinsam mit dem Frankfurt Welcome & Information Center zu einem modernen Einwanderungs- und Willkommensamt weiterentwickeln, das Zuständigkeiten bündelt und Verfahren verständlicher, schneller und zugänglicher macht. „Viele Probleme entstehen nicht erst bei der Entscheidung, sondern auf dem Weg dorthin: Erreichbarkeit, Status-Transparenz, Rückfrage-Schleifen. Deshalb brauchen wir eine klare Anlaufstelle und sauber organisierte Prozesse, die verlässlich funktionieren und die Bürger*innen mitnehmen, statt sie mit ihren Anliegen im Unklaren zu lassen. Der Antragsprozess muss nachvollziehbar, transparent und mit klarem Erwartungsmanagement aufgesetzt und digital einsehbar sein, um Folgeanfragen zu minimieren“, so Telyakar.
Konkret setzen die GRÜNEN auf eine spürbare Entlastung durch Personal und bessere Arbeitsbedingungen. Vorgesehen ist eine deutliche Stärkung des Einwanderungsamts mit einem personellen Zuwachs von 15 Prozent, verbunden mit gezielter Qualifizierung: interkulturell, traumasensibel und praxisnah. Auch die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sollen stärker in den Fokus rücken: bessere Ausstattung, eine gute Arbeitsatmosphäre und ein zeitgemäßes Gesundheitsmanagement.
Gleichzeitig soll Frankfurt bei der Digitalisierung Vorreiter sein: Ein wissenschaftlich begleitetes, datenschutzkonformes Modell-Pilotprojekt mit künstlicher Intelligenz in Kooperation mit dem Land Hessen zur KI-gestützten Antragsbearbeitung soll Routineaufgaben reduzieren, Anträge clustern, Doppelanträge und fehlende Unterlagen erkennen und Antragstellenden digitale Rückmeldungen zum Bearbeitungsstand ermöglichen. „Entscheidungen bleiben selbstverständlich beim Menschen. Aber wir müssen Routinearbeit intelligent und smart organisieren, damit die Sachbearbeitung wieder Zeit für komplexe und dringende Fälle hat. Nur so können Anträge entzerrt, Personal entlastet und Bürger*innen besser bedient werden“, betont Telyakar.
Abschließend fordert Telyakar: „Bund und Land müssen liefern: weniger Regelungsflut, einheitlichere Standards und echte digitale Schnittstellen. Frankfurt ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dafür können wir uns eine enge Kooperation mit Bund und Land zur KI-gestützten und datenschutzkonformen Weiterentwicklung vorstellen. Wir sind bereit.“