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Plan B für die Berta-Jourdan-Schule

Sonntag, 4.1.2026

Planungen für die Stephensonstraße 1 sind Luftschlösser

Die Planung zur Anmietung der ehemaligen DB-Zentrale in der Stephensonstraße 1 als Schulgebäude – wie sie von der Bildungsdezernentin Sylvia Weber vorangetrieben wird – wirft mehr Fragen auf, als sie Lösungen bietet. Das Gebäude ist für eine schulische Nutzung völlig ungeeignet. Es wurde als repräsentatives Verwaltungsgebäude errichtet und überwiegend als Bürofläche genutzt. Für den Schulbetrieb wären umfangreiche und kostenintensive Umbaumaßnahmen notwendig. Selbst nach einem Umbau bliebe die Eignung eingeschränkt, da ein überproportional hoher Anteil der Fläche auf Verkehrsflächen (Flure, Treppenhäuser, etc.) entfällt. Hinzu kommt, dass die vorgesehene Mietfläche deutlich über dem tatsächlichen Bedarf liegt.
Darüber hinaus stehen die hohen Mietkosten, die der Eigentümer aufruft, in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen des Gebäudes als Schule und widersprechen dem Gebot der Wirtschaftlichkeit.
„Als GRÜNE wollen wir realistische Lösungen für die Berta-Jourdan-Schule und für andere Schulgebäude in kritischem Zustand voranbringen. Wir fordern die zuständige Bildungsdezernentin Sylvia Weber auf, auf Luftschlösser und Projekte, die weder bezahlbar noch sinnvoll sind, zu verzichten. Sie soll endlich die Gebäude effektiv nutzen, die bereits angekauft oder angemietet wurden – statt sie zu überteuerten Bauruinen verkommen zu lassen. Wir sind bereit, konstruktiv und proaktiv an der Umsetzung tragfähiger Lösungen für die Berta-Jourdan-Schule mitzuwirken.“, erklären Tara Moradi und Burkhard Schwetje, Sprecher*innen des Kreisverbandes Frankfurt am Main.
Seit 2020 hat sich die Stadt Frankfurt für Schulzwecke durch Grundstücksankäufe und Anmietungen insgesamt mehr als 150.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche gesichert. Damit verfügt die Stadt über ein größeres Flächenpotenzial als der gesamte Commerzbank Tower mit seinen 109.200 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Von den bislang angemieteten oder erworbenen Flächen stehen derzeit rund 77.000 Quadratmeter – und damit etwa 51 Prozent – leer.

Plan B dringend erforderlich

Für uns hat die zügige Lösung der Raumsituation der Berta-Jourdan-Schule oberste Priorität. Angesichts des Zeitdrucks ist es notwendig, sich jetzt intensiv mit einem Plan B zu befassen, statt stur an den überteuerten Plänen für die Stephensonstraße 1 festzuhalten. „Ein solcher Plan hätte schon längst in der Schublade liegen müssen“, fordern Tara Moradi und Burkhard Schwetje.
Ein naheliegender nächster Schritt ist die Prüfung eines alternativen Standorts. In Betracht kommt hierbei das bereits angekaufte ehemalige Postbankgebäude in der Eckenheimer Landstraße mit rund 45.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, das von der Stadt angekauft wurde, aber seit Jahren leer steht. Eine konkrete schulische Nutzung ist bislang nicht festgelegt.
Die Gebäudestruktur sowie die zentrale Lage sprechen in vielerlei Hinsicht für eine schulische Nutzung. Bereits im ursprünglichen Entwurf wurde großer Wert auf flexible Raumzuschnitte gelegt. Größe und Flexibilität ermöglichen sowohl die Nutzung durch mehrere Schulen als auch die perspektivische Entwicklung eines Schulcampus. Zudem ist das Gebäude verkehrsgünstig gelegen: Mit der U5 ist es in etwa 15 Minuten vom Hauptbahnhof und in 10 Minuten von der Konstablerwache erreichbar. Darüber hinaus ist es über Buslinien mit weiteren Stadtteilen verbunden.